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Erkelenz
Bühne frei für märchenhafte Tänze

Erkelenz: Bühne frei für märchenhafte Tänze
Zu Gast bei einer Probe zur bevorstehenden Aufführung - hier unter anderem mit Hannah Herzog (l.). FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Das Ballettstudio Schwanensee probt alle zwei Jahre für eine große Aufführung: Die 270 Tänzer und Tänzerinnen stellen bei "Mein Leben, ein Märchen" Erzählungen von Hans Christian Andersen vor. Von Kathrin Boehme

Muscheln liegen am Bühnenrand, bunte Fische und Quallen tanzen durch das Seegras - mit viel Liebe zum Detail lassen die Tänzer und Tänzerinnen unter der Leitung von Angela Kus eine märchenhafte Welt entstehen: Zum achten Mal präsentiert das Ballettstudio Schwanensee eine fantasievolle Aufführung in der Hückelhovener Aula, nach Klassikern wie "Cinderella" oder dem "Nussknacker" werden nun das Leben und die Erzählungen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen dargestellt."Es gibt viele Solo-Tänzer, außerdem sind sogar sechs männliche Tänzer von klein bis groß dabei", erklärt Helga Zohren, die zum Organisationsteam der Aufführung zählt.

Die Hauptlast liegt bei Angela Kus, die die Choreographie entworfen hat und leitet. Bei den letzten Proben in der Turnhalle in Schwanenberg hat sie zum ersten Mal die Gelegenheit, alle Darsteller beisammen zu haben und die Aufführung an einem Stück zu sehen: Auf dem Boden ist der Umriss der späteren Bühne mit Klebeband markiert, damit auch die Tänzer ein Gefühl für die tatsächliche Größe bekommen - dieser Platz ist annähernd die einzige freie Stelle in der Turnhalle: Während in der Mitte getanzt wird, warten die nächsten Darsteller auf ihren Auftritt oder wärmen sich auf. Wie viel Arbeit hinter einer Aufführung steckt, verdeutlicht Helga Zohren: "Die Vorbereitungen laufen seit über einem Jahr, auch die Tänzer trainieren schon seit Monaten - von der ersten Idee bis zum letzten Kostüm ist ein langer Weg."

Hans Christian Andersen wird von Stuart Day dargestellt: Mit seinem Schreibtisch ist er eigentlich immer auf der Bühne und sieht sich als Andersen vom Rand aus die Erzählungen an, die er selbst zuvor entworfen hat; sein Leben wird erzählt und so auch die Ideen und Erfahrungen, die er in seinen Märchen verarbeitet hat. So wurde er als kleiner Junge wegen seines "komischen" Aussehens geärgert und erinnert sich Jahre später daran, woraus das Märchen "Das hässliche Entlein" entsteht. Bei jeder Szene lässt sich schon bei den Proben erahnen, wie liebevoll gestaltet die späteren Bühnenbilder sein werden. Kurze Verzögerungen gibt es aber immer wieder: Die Musik wird gestoppt, weil die Gruppe der "Fische" noch nicht bereit ist; Kus selbst hilft den Kleinsten, ihren richtigen Platz auf der improvisierten Bühne einzunehmen. Dann geht es weiter - Hannah Herzog tanzt als "Die kleine Meerjungfrau" mit den Meerestieren.

Neben dem Geschehen wartet die sechsjährige Louise auf ihren Auftritt: Sie ist in der Gruppe der Krabben bereits zum zweiten Mal bei einer Aufführung dabei. "Letztes Jahr war ich ein Lebkuchen - dieser Tanz gefällt mir noch besser", sagt sie. Andere Märchen von Andersen, wie "Die Nachtigall" oder "Des Kaisers neue Kleider" werden abschließend in einem Medley dargestellt, ganz zum Schluss erscheint "Der Sandmann", der den langen Tag von Andersen abschließt. Man darf gespannt sein, welche eindrucksvollen Kulissen und Kostüme sich Angela Kus bei den für ihren Ideenreichtum bekannten Tänzen noch hat einfallen lassen. Die Aufführungen finden am 3. und 4. März statt, Karten sind auch noch an der Abendkasse erhältlich.

Quelle: RP
 
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