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Erkelenz
Bürger sollen Venrath mit entwickeln helfen

Erkelenz. Dorfkonferenz informierte über die Mitwirkungsmöglichkeiten in der Zukunftswerkstatt Venrath-Kaulhausen.

Venrath und Kaulhausen, zwei Dörfer in Randlage. Der Braunkohletagebau Garzweiler II rückt näher, durch den Bau des Schutzwalls wird vielen Anwohnern bewusst, wie nah er ihnen tatsächlich einmal kommen wird. Unter dem Titel: "Venrath-Kaulhausen unsere Zukunft" hat sich ein Lenkungsteam unter dem Dach der Dorfgemeinschaft Venrath-Kaulhausen zusammengeschlossen. In einer ersten Dorfkonferenz informierte das Team nun über das Konzept zur Dorfentwicklung, das in den nächsten Monaten unter dem Namen "Zukunftswerkstatt" erarbeitet werden soll. Der erste offizielle Termin ist am 8. September - im Vorfeld motivierten die Moderatoren Tobias Koppenhöfer und Peter-Josef Gormanns die Bewohner zum Mitmachen.

Hinter dem Dorfentwicklungskonzept steht das NRW-Förderprogramm ländlicher Raum 2014 2020, in das Venrath und Kaulhausen aufgenommen wurden. Gefördert wird zunächst die Erstellung des Dorfentwicklungskonzepts. Als Tagebauranddörfer treffen in beiden Ortschaften gleich zwei Problemkreise aufeinander, wie Gormanns auf der Dorfkonferenz aufzeigt: Zum einen wäre da der allgemeine gesellschaftliche Wandel - immer mehr jüngere Leute verlassen das Land, das Dorf ist nur noch eine Wohn- und Schlafstätte, es fehlt an Infrastruktur. Dazu kommen die spezifischen Probleme beider Dörfer, die sich aus der Tagebaurandlage ergeben. Maßnahmen zu finden, um das Leben im Dorf weiterhin attraktiv zu halten, ist ein Ziel des Dorfentwicklungskonzepts.

Als fachliche Begleitung zur Erstellung des Konzepts hat die Stadt Erkelenz das Planungsbüro RaumPlan Aachen beauftragt.

Auf der ersten Dorfkonferenz war Uli Wildschütz als Vertreter anwesend. In den vergangenen Wochen haben sein Team und er den "Blick von Außen" vorbereitet, das heißt sie haben sich beide Dörfer angesehen und ihre Stärken und Schwächen herausgestellt. In der Zukunftswerkstatt im September werden sie ihre Ergebnisse präsentieren, die Grundlage für Diskussionen und Ideen werden sollen. "Es ist schon einiges da, auf das man aufbauen kann", sagt Wildschütz: So habe er neben den eingetragenen Baudenkmälern weitere "interessante und für die Dörfer typische Gebäude entdeckt". Die Begrünung sei ebenfalls ein wichtiges Thema: "Sie müssen bedenken, wenn ihnen die Landschaft abgeschnitten wird, wird das nähere Umfeld umso wichtiger."

Als Gast geladen war Benedikt Obst, Vorsitzender des Heimatvereins Hochneukirch, der in seiner Heimat derzeit die konkrete Umsetzung des Dorfentwicklungskonzepts erlebt - etwa, dass ein brachliegender Park hergerichtet und zu einem Veranstaltungsort von Vereinen und der Gemeinde wurde. Aus eigener Erfahrung appelliert er an die Bewohner, die Konferenzen zu besuchen und sich bei der Gestaltung einzubringen. Über die Beteiligung bei der ersten Dorfkonferenz sind die Moderatoren zufrieden. Besonders freut es Peter-Josef Gormanns, dass darunter "viele Gesichter von Zugezogenen" zu sehen waren.

(ubg)
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