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Erkelenz
Bundespräsident zeichnet Kirchenchor aus

Erkelenz: Bundespräsident zeichnet Kirchenchor aus
Bundespräsident Joachim Gauck hat im niedersächsischen Celle während eines Festakts bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik die Zelter-Plakette an Stefan Emanuel Knauer (l.) und Gerda-Marie Schmidt-Dobrowolny verliehen, die den Kirchen- und Projektchor von St. Lambertus in Erkelenz vertraten. FOTO: Philipp Schulze
Erkelenz. Einen bewegenden Tag erlebten die Sängerinnen und Sänger des Kirchen- und Projektchores von St. Lambertus Erkelenz. Sie nahmen in Celle von Joachim Gauck die Zelter-Plakette entgegen. Von Andreas Speen

Für den Kirchen- und Projektchor von St. Lambertus in Erkelenz ist es eine "wahnsinnig hohe Ehre" gewesen, die Zelter-Plakette aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck erhalten zu haben. 75 Sängerinnen und Sänger waren dafür am Wochenende mit Kantor Stefan Emanuel Knauer und Pfarrer Werner Rombach ins niedersächsische Celle gereist.

Die Zelter-Plakette war 1956 von Bundespräsident Heuss als staatliche Auszeichnung für mindestens 100-jährige Bemühungen und besondere Leistungen auf dem Gebiet des Chorgesangs gestiftet worden. Sie ist die in der Amateurmusik höchste Auszeichnung für Chöre in Deutschland. Ihren Namen trägt sie im Gedenken an den Gründer der ersten Liedertafel und Direktor der Berliner Sing-Akademie Carl Friedrich Zelter. Dieses Jahr werden 26 Chöre mit der Zelter-Plakette geehrt und zugleich acht Orchester mit der Pro-Musica-Plakette. Davon stellvertretend wurden zwei Ensembles von Bundespräsident Gauck persönlich ausgezeichnet: der Erkelenzer Kirchenchor und der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde im niedersächsischen Munster.

Ins Schwärmen gerät Kantor Stefan Emanuel Knauer am Tag nach der Rückkehr aus Celle, wo der Festakt für die Zelter- und Pro-Musica-Plakette in die "Tage der Chor- und Orchestermusik" eingebettet war. Mit der Chorvorsitzenden Gerda-Marie Schmidt-Dobrowolny durfte er die Auszeichnung entgegennehmen. "Die Stimmung im Chor war überwältigend. Bundespräsident Gauck hatte erstmalig auch darum gebeten, dass der ausgezeichnete Chor etwas singt. Er hatte sich ,Kein schöner Land' gewünscht", berichtete Knauer. Darauf sei Gauck auch in seiner Ansprache eingegangen, in der er sagte, dass es vielleicht schönere Länder gebe, dass man aber wohl lange suchen müsse, um ein Land zu finden, in dem die Musikkultur mehr gefördert werde. So habe der Bundespräsident seinen Musikwunsch mit den verliehenen Plaketten verknüpft, erzählte Knauer und ergänzte: "Nach unserem Gesang hat sich Bundespräsident Gauck bei einigen Sängerinnen per Handschlag bedankt - das alles war für den Chor etwas ganz Besonderes und eine hohe Ehre." Diese positive Stimmung wolle der Chor mit in die künftigen Projekte wie "Bach zum Mitsingen" nehmen.

Für Gerda-Marie Schmidt-Dobrowolny, Stefan Emanuel Knauer und Pfarrer Werner Rombach, der auch in der Zusatzfunktion als Vertreter des Allgemeinen Cäcilienverbands mitgereist war, hielt der Ehrungstag noch eine zweite Besonderheit bereit: ein Mittagessen mit dem Bundespräsidenten. "Er war sehr interessiert an unserer Kirchengemeinde mit 26 000 Mitgliedern. Wir haben über die kirchenmusikalische Situation und die finanzielle Ausstattung der Kirchenmusik in evangelischen wie katholischen Gemeinden sowie über Kultur im Allgemeinen gesprochen", resümierte Knauer gestern. "Wir haben gespürt, wie sehr ihm kirchliche Themen am Herzen liegen." Auch in seiner Festrede habe Gauck - weitere Festredner waren die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, der Celler Oberbürgermeister und der Präsident der veranstaltenden Bundesvereinigung Deutscher Chor- und Orchesterverbände - die Bedeutung der Kirchenmusik hervorgehoben. "Dafür gab es Zwischenapplaus." Bundespräsident Gauck sei auch auf die "Bedeutung der Musik an sich" eingegangen. Er hatte herausgestrichen, dass Musizieren die Menschen für einige Stunden aus den alltäglichen Sorgen und Mühen herausnehme und die Seele immer wieder zu ihrem eigenen Grund kommen lasse.

Quelle: RP
 
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