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Erkelenz
Bunte Blätterpracht im Tierpark Gangelt

Erkelenz. Der Wildpark in Gangelt hat zu jeder Jahreszeit seinen ganz eigenen Reiz. Während der Wintermonate legen sich lediglich die Murmeltiere für lange Zeit schlafen. Für einen Besuch ist die milde Wetterphase geradezu ideal. Von Nicole Peters

Durch das Laub laufen, sich damit abwerfen oder darin liegen bleiben - vor allem die jüngeren Kinder haben beim Spaziergang durch den Wildpark sehr viel Spaß an der bunten Blätterpracht, die überall in Hülle und Fülle am Rand der Wege liegt. Durch hügeliges Gelände gehen die Familien und einzelnen Besucher an weitläufigen Gehegen vorbei und bleiben regelmäßig zum Füttern oder Schauen stehen. Tiere wie die Wildschweine oder Hirsche freuen sich über natürliches zusätzliches Kraftfutter: Eicheln und Bucheckern sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan. Während der milden Wetterphase genießen junge und ältere Gäste es, entspannt bei angenehmen Temperaturen zu schlendern.

Auf übersichtlich gestalteten Infotafeln gibt es jede Menge Wissenswertes über die tierischen Bewohner nachzulesen. Dass der 50 Hektar große Park ebenso im Winter sehenswert ist, weiß Falkner Erwin Janssen. "Es ist alles europäisches Wild und die Tiere müssen einen vernünftigen Winter abkönnen", sagt er, "bei Bedarf können sie sich unter die Bäume zurückziehen." Mit einem dicken Winterfell und durchgängiger Fütterung kommen sie problemlos zurecht. "Die Einzigen, die bereits jetzt bis etwa Ende März nicht mehr zu sehen sind, sind unsere Murmeltiere, die Winterschlaf halten." Die drei Braunbären werden entgegen ihrem Verhalten in kälteren Gebirgsregionen nur unheimlich träge und ziehen sich tageweise in ihre mit Stroh ausgelegte Höhle zurück. Eine Überraschung könnte es in deren Stube ab Januar geben: Dann könnte eine der zwei Bärinnen Nachwuchs bekommen, da zwei Jungtiere im vergangenen Jahr das Gehege verließen und somit wieder Bereitschaft da ist. "Die Bären-Babys sind so groß wie Ratten und krabbeln durch das Fell zu den Zitzen der Mutter", erklärt Janssen, da sei vorher nicht zu erkennen, ob das Tier trächtig sei.

Und wenn einmal länger Schnee liegen sollte? Für die Tiere sei so eine Witterung nach wie vor kein Problem, meint der Falkner, sie seien zudem durchgängig gut zu sehen. Erwachsene könnten beispielsweise ihre Kinder auf Schlitten setzen und so das Gelände erkunden. Besonderen Spaß gibt es bei eisiger Kälte bei den Fischottern: "Sie haben den dicksten Pelz, versuchen so lange wie möglich das Wasser offen zu halten und später rutschen sie auf den Eisdecken."

Seine Flugschauen mit den Greifvögeln führt Janssen weiterhin durch - lediglich bei Minus 20 Grad Celsius nicht, damit Adler, Uhu, Geier oder Falke nicht an ihre Kraftreserven gehen müssen. Die ruhigere Zeit nutzen die Wildhüter dazu, neue Zäune zu setzen oder Reparaturen durchzuführen. "Das ist hier ein Wildpark und wir versuchen, alles so natürlich wie möglich zu halten", fasst Janssen zusammen. Da die Tiere sich gelegentlich zum Ausruhen zurückziehen, lohne es sich, zweimal gucken zu kommen.

Quelle: RP
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