| 00.00 Uhr

Erkelenz
Burg: Bauarbeiten in vollem Gang

Erkelenz: Burg: Bauarbeiten in vollem Gang
Martin Fauck, der Leiter des Bauaufsichts- und Hochbauamtes, ist mit den Plänen auf der Baustelle unterwegs. FOTO: JÖRG KNAPPE
Erkelenz. Das Dach für den Burgturm wird am Boden Stück für Stück gebaut. Auch am Mauerwerk wird gearbeitet. Die RP besichtigte die Baustelle. Von Anke Backhaus

Nur ein laues Lüftchen weht am Dr. Josef Hahn-Platz an der Nordpromenade. Es ist schon ausreichend, dass 20 Tonnen besser am Boden bleiben. Martin Fauck, der Leiter des Bauaufsichts- und Hochbauamtes, und die Arbeiter sind sich in diesem Punkt einig, wenn sie auf den Zeitplan der Bauarbeiten am Dach für den Burgfried der Burg blicken. Am 20. August soll es soweit sein - dann soll ein Autokran die Dachkonstruktion, die 20 Tonnen wiegen wird, auf den Burgfried hieven. Bestenfalls ist es an diesem Tag windstill. Bis dahin ist allerdings noch eine Menge zu tun. Gestern traf sich die Redaktion mit Martin Fauck an der Baustelle.

Der Burgfried ist komplett eingerüstet. Die Geräuschkulisse ist beeindruckend, denn rund sieben Meter weit - von oben aus nach unten gesehen - müssen alle Fugen am Mauerwerk herausgeschlagen werden. In diesem Bereich, so Fauck, seien die Schäden am größten. Um das zu verdeutlichen, geht er ins Innere des Bergfriedes. Schon auf der ersten Galerie wird am modrigen Geruch deutlich, dass sich im Lauf der Jahre das Wasser seinen Weg durch das uralte Gemäuer gebahnt hat. Besonders gut zu sehen ist das an den vielen weißen Ablagerungen, die sich auf den Wänden großflächig offenbaren. Zuletzt fand in den 1960er Jahren eine Sanierung statt. Fauck: "Damals gab es in der Denkmalpflege noch nicht die Erkenntnisse, wie sie sich heute darstellen." Dabei richtet sich sein Blick auf den Zementmörtel, der heute nicht mehr verbaut werden würde. Wie dem auch sei: "Das, was heute an Arbeiten geleistet wird, reicht für die nächsten 50, 60 Jahre."

Ganz oben auf dem Turm ist auch schon eine ganze Menge passiert. Abgetragen wurde mittlerweile schon die Blechattika, unterdessen sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, den Gussasphalt vom bisherigen Dach abzutragen. Martin Fauck: "Das ist im Prinzip auch der Asphalt, der auf den Straßen verbaut ist. Für ein Dach ist das jedoch nicht die beste Lösung." Und das aus einem guten Grund: Jeder Autofahrer kennt beschädigte Straßen, besonders Risse, die zu gefährlichen Schlaglöchern werden.

Der Turm wird oben mit einem Ringanker abschließen, der für die nötige Stabilität sorgen soll. Danach kommt dann eben die neue Dachkonstruktion auf den Turm. Diese wird in der Hauptsache neben dem Turm auf dem Dr. Josef Hahn-Platz gebaut. Seit gut einer Woche entsteht ein riesiger Dachstuhl aus massivem Holz. Die Bauarbeiter setzen präzise die schweren Balken zusammen. Ein Kran hilft ihnen, diese Balken an die richtigen Stellen zu bewegen. Dabei merken sie, wie entscheidend es sein wird, dass absolute Windstelle herrschen muss, wenn das fast fertige Burgdach auf den 26 Meter hohen Turm gehoben werden soll. Wenn das Gebälk fertig zusammengesetzt ist, kommt das geplante Zinkdach obendrauf.

Inmitten des baulichen Geschehens sind auch die Aktiven des Vereins Freunde der Burg Erkelenz. Der Verein, der sich für den Erhalt der historischen Burg einsetzt, war auch die treibende Kraft dafür, dass der Turm sein Dach bekommt. Dazu hat der Verein um Peter Fellmin, der Vorsitzende der Freunde der Burg, viele Spenden gesammelt. Für das Vorhaben sind 170.000 Euro veranschlagt. Die Vereinsvertreter dürfen aus Sicherheitsgründen nur kleinere Arbeiten erledigen. Aufs Gerüst, so Martin Fauck, dürfen sie beispielsweise nicht.

Der Amtsleiter blickt wieder auf den Zeitplan. "Dieser Plan ist das eine, das andere ist jedoch das Wetter, das mitspielen muss." Zur Burgkirmes im September soll die Einweihung des Daches gefeiert werden.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Erkelenz: Burg: Bauarbeiten in vollem Gang


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.