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Erkelenz
Burgdach: Stadt schießt 65.000 Euro zu

Erkelenz. Beschlussentwurf im Stadtrat nicht unumstritten. Kritiker dokumentieren Haltung per Enthaltung.

Mit einem Zuschuss von 65.000 Euro stattet die Stadt Erkelenz die "Freunde der Burg" aus, damit der Verein das Dach des historischen Gemäuers sanieren und ein zusätzliches Schutzdach aufsetzen kann. Selbst werden die Ehrenamtlichen eine Summe von rund 100.000 Euro beisteuern, die sie von Spendern sammeln konnten. Die Arbeiten können damit jetzt beginnen. Allerdings: Der städtische Zuschuss, der kurzfristig auf die Tagesordnung des Stadtrates gesetzt worden war, war in dessen Sitzung am Mittwoch nicht unumstritten.

Dass es in einem Beschluss des Stadtrates von Juli 2014 heiße, der Stadt entstünden bei der Burgsanierung keine weiteren Kosten, daran erinnerte Dieter Spalink (SPD). Seine Partei verstehe deshalb nicht, weshalb "der Beschluss jetzt ad hoc auf den Kopf gestellt wird und 65.000 Euro freigegeben werden sollen". Packe die Stadt zusätzliche 15.000 Euro drauf, könne Erkelenz sich das beitragsfreie letzte Kindergartenjahr leisten. Dass die Bürgerpartei das Burgdach, wie es geplant ist, weiterhin für nicht sinnvoll und das Stadtbild verschandelnd erachte, erklärte Karl-Heinz Frings. Gleichwohl betonten beide Parteien wie auch die weiteren im Stadtrat vertretenen Fraktionen, dass das Engagement der "Freunde der Burg" sehr zu wertschätzen und zu würdigen sei.

Widersprüche an den kritischen Anmerkungen kamen vor allem von Stadt und CDU. "Wir sollten bedenken, dass sich die Burg im Besitz der Stadt befindet und dass der Verein sich für deren Erhalt einsetzt", erklärte Rainer Merkens, und Peter London (beide CDU) ergänzte: "Sie ist unser Aushängeschild, aber wir haben an ihr 50 Jahre lang zu wenig getan." Ein 65.000-Euro-Zuschuss sei da wohl angebracht.

Dass mit dieser Summe plus 15.000 Euro nur für ein Jahr ein beitragsfreies letztes Kindergartenjahr zu finanzieren sei, fügte der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen an. Auch falle die Entscheidung zu dem Zuschuss nicht ad hoc, vielmehr handele es sich lediglich um einen formellen Auszahlungsbeschluss, denn "diese Summe steht ausdrücklich schon im Haushaltsplan der Stadt Erkelenz für 2016 drin".

Unverständnis über die gesamte Debatte im Stadtrat äußerte Peter Fellmin, der dort die Freien Wähler/UWG vertritt und der zugleich Vorsitzender der "Freunde der Burg" ist: "Die Diskussion bereitet mir Bauchschmerzen." Sein Verein habe noch Arbeiten für mehrere hunderttausend Euro - außer dem Burgdach - vor sich. In dem Erhalt der Erkelenzer Burg stecke viel ehrenamtlicher Einsatz. Er bitte um die finanzielle Unterstützung.

Diese wurde dann auch letztlich bei zwölf Enthaltungen gewährt, durch welche die Kritiker ihre Haltung gegen den Zuschuss aber für das ehrenamtliche Engagement dokumentieren wollten.

(spe)
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