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Erkelenz
Commerzbank wächst am Niederrhein stark

Erkelenz: Commerzbank wächst am Niederrhein stark
Gustav Holtkemper FOTO: Commerzbank
Erkelenz. Es gibt neue Beratungszentren für vermögende Kunden und Geschäftskunden. Es soll keine Filialschließungen geben. Von Jan Schnettler

Die Deutsche Bank schließt jede vierte Filiale in Deutschland. Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen 2000 Zweigstellen bis 2021 abbauen. Und auch zahlreiche weitere Sparkassen und Privatbanken begründen den zunehmenden Rückzug aus der Fläche nicht zuletzt damit, dass aufgrund des Trends zum Online-Banking immer weniger Kunden in die Filialen kommen. Die Commerzbank will einen anderen Weg gehen - und auf Wachstum setzen. "Filialschließungen sind für uns keine Strategie", sagt Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand Privatkundengeschäft in der Marktregion West. Diese ist, mit 330 Filialen und 17 Niederlassungen, die größte der fünf deutschen Teilregionen. "Es käme der Aufgabe ganzer Teilmärkte gleich, wenn wir uns beispielsweise aus Xanten oder Kaldenkirchen zurückzögen." 70 Prozent aller Neukunden kämen unverändert über die Filialen, nur 30 Prozent durch das Netz. "Ein reines Kostenmanagement bringt weder Marktanteile noch Kunden."

Eine immer wichtigere Rolle spielt für die Bank dabei die Mönchengladbacher Niederlassung. Die von ihr aus abgedeckte Region umfasst auch Erkelenz, Viersen, Krefeld, Kleve, Wesel, Kamp-Lintfort und Emmerich. Speziell der Bereich Wealth Management (Vermögensverwaltung) wurde zuletzt gestärkt: Bundesweit wurde von 43 auf 105 Beratungszentren und von 700 auf 1000 Mitarbeiter aufgestockt. Auch in Gladbach ist seit 1. Juni eines dieser Zentren angesiedelt, ein zweiter Standort für den nördlichen Niederrhein ist in Wesel. Zuvor war die Betreuung der Kunden von Düsseldorf erfolgt. Das insgesamt 18-köpfige, von Rainer Richter geleitete Team betreut mehr als 800 Kunden. "Insgesamt stagniert das Geschäft im Bankensektor. Lediglich im Bereich Wealth Management wächst es um fünf Prozent pro Jahr", sagt Gustav Holtkemper. Im Schnitt betreue in Gladbach jeder Mitarbeiter somit 45 Kunden - das sei ein guter.

Die Neukunden wolle und werde man in erster Linie aus der Mittelstandsbank heraus gewinnen, die für Geschäftskunden zuständig ist. "Vermögende Kunden haben fast immer einen unternehmerischen Hintergrund", sagt Holtkemper. Anders als früher müssten diese übrigens nicht länger mindestens eine Million Euro mitbringen. "Wir kommen heute über den Beratungsbedarf. Wer kapitalmarktaffin und somit beratungsintensiv ist, aber etwas weniger mitbringt, ist im Wealth Management gut aufgehoben." Auch ein neues Beratungszentrum für Geschäftskunden wurde in Mönchengladbach eingerichtet. Es ist 24 Mitarbeiter stark, umfasst 17.900 Kunden und wird von Roland Pastoors geleitet. Weitere Standorte für Geschäftskunden in der Region sind in Erkelenz, Kleve, Krefeld, Viersen, Wesel und in Rheydt. Insgesamt verfügt die Commerzbank-Niederlassung Mönchengladbach, die von Marcel Krug geleitet wird, nun über mehr als 200 Mitarbeiter, umfasst 19 Filialen, hat 150.000 Kunden und verwaltet ein Vermögen in Höhe von zwei Milliarden Euro. "Wir sprechen hier von einer klaren Aufwertung der Mönchengladbacher Niederlassung", sagt Krug. "Und von einem deutlichen Signal an den Markt." Bisher scheint die Strategie aufzugehen: "Wir haben im ersten Halbjahr netto 1100 Kunden gewonnen", sagt Krug.

Quelle: RP
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