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Erkelenz
Cusanus-Schüler nehmen sich Europa an

Erkelenz: Cusanus-Schüler nehmen sich Europa an
Monika Ragazzi, Lehrerin für Sozialwissenschaften am Cusanus-Gymnasium, betonte das Engagement der Schüler beim Projekttage über Europa. FOTO: Cusanus- Gymnasium
Erkelenz. Das Cusanus-Gymnasium organisierte im nun achten Jahr seiner Zertifizierung als Europaschule einen Projekttag zu aktuell relevanten Themen Europas. Die 200 Schüler der neunten Jahrgangsstufe simulierten einen europäischen Konvent unter dem Motto "Die vereinigten Staaten von Europa". Angeleitet und begleitet wurden sie dabei von ihren Erdkunde-, Politik- und Geschichtslehrern. In den jeweiligen Fächern wurden die Neuntklässler im Unterricht auf den Projekttag vorbereitet, indem sie sich unter fachspezifischen politischen, geografischen und historischen Aspekten mit ausgewählten europäischen Mitgliedsstaaten beschäftigten.

In dem Projekt sollten die Jugendlichen die Realität möglichst genau simulieren. Dazu stellten sich die Schüler für verschiedene Posten und Positionen zur Wahl, so kandidierten sie unter anderem als Vertreter des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission. Anschließend hatten sie eine zweistündige Vorbereitungszeit, um jeweils drei ausgewählte Themen aufzubereiten. Unter anderem wurde über eine europäische Hauptstadt, eine Direktwahl des EU-Präsidenten, freies WLAN für Europa und ein europäisches soziales Jahr diskutiert. Auch langfristige Ziele und Ideen wie ein europaweiter Atom-ausstieg und eine endgültige Festlegung der europäischen Grenzen wurden von den im Schnitt 15 Jahre alten Jugendlichen erörtert.

Wichtig bei den kontroversen Diskussionen war dabei eine aktive Übernahme des jeweiligen Rollenprofils. Die Schüler wurden dazu aufgefordert, losgelöst von ihrer eigenen Meinung, überzeugend zu diskutieren. Ausdrücklich gewünscht war es zudem, "Verbündete" in der zweistündigen Vorbereitungszeit zu finden und die Positionen anderer Mitgliedsstaaten kennenzulernen, um auch Kompromisse finden zu können. Eine besondere Schwierigkeit ergab sich dadurch, so die Vorgabe, dass alle Entscheidungen zu einem Thema einstimmig beschlossen werden mussten. So wurde häufig eine Stunde lang allein über ein Thema diskutiert. "Es ist eine neue Erfahrung, über völlig unterschiedliche Ansichten zu diskutieren, aufeinander einzugehen und Kompromisse zu finden", berichtete Schüler Fabian Michel. Auch von den Lehrern wurde das Projekt als sehr gelungen eingeschätzt. Monika Ragazzi, Lehrerin für Sozialwissenschaften, betonte das Engagement der Schüler: "Es herrschte eine große Identifikation mit den Rollen, und auch Schüler, die still sind, kamen aus sich raus."

Während des Projekttags bekam eine weitere Klasse der neunten Jahrgangsstufe die Möglichkeit, das Thema "Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU" mit Teamern, ausgebildet und entsendet von der Schwarzkopf-Stiftung, zu diskutieren. Dabei wurde unter anderem die Frage nach einer gerechten Verteilung von Flüchtlingen in der EU in einer Talkshow abgehandelt.

Quelle: RP
 
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