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Heinsberg
Deckname David

Heinsberg. Deckname David – so steuerten die Züge der Deutschen Reichsbahn die Vernichtungslager an. Zwischen Oktober 1940 und Dezember 1944 deportierten die NS-Behörden mehrere hunderttausend Kinder. Sechs von ihnen stammten aus dem heutigen Kreis Heinsberg und wurden vom Verein Zug der Erinnerung identifiziert: Ernst Kahn, Therese Kaufmann, die Geschwister Ruth und Rudolf Gottschalk, Leopold Ludwig Horn und Ilse Roer.

Die rollende Ausstellung erinnert an die Einzelschicksale der jüdischen Mädchen und Jungen, die, eingesperrt in überfüllten Waggons, ihrem Tod entgegen fuhren. Zum Beispiel an das kurze Leben des Jungen Rudi Löwenstein, der den gelben Stern nicht tragen will – er starb im KZ Auschwitz-Birkenau. Erinnert wird auch an die Kinder von Izieu, die Gestapo-Chef Klaus Barbie, dem "Schlächter von Lyon", zum Opfer fielen.

Schwarz-weiß-Bilder von befreiten Mädchen und Jungen, die dem Fotografen ihre Ärmchen mit den Häftlingstätowierungen entgegenstrecken. Ergänzt wird die Ausstellung mit Schautafeln, die Gedenkstätten im Kreisgebiet zeigen, darunter der Gedenkstein an der Hetzerather Pfarrkirche und dem Schwanenberger Friedhof. Betty Reis und Anita Lichtenstein, den beiden Namensgeberinnen der Gesamtschulen in Wassenberg und Geilenkirchen, ist ebenso ein Bereich im letzten Waggon gewidmet, wie der Dremmener Jüdin Josefine Moll, die sich in einem Brief an den damaligen Bürgermeister Viktor Noethlichs wendet. Ihre Tochter starb. Das Krankenhaus wollte sie nicht aufnehmen. Weil sie Jüdin war.

Quelle: RP
 
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