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Erkelenz
Dem Gemeinwohl verpflichtet

Erkelenz: Dem Gemeinwohl verpflichtet
FOTO: KSK Heinsberg
Erkelenz. Die Kreissparkasse hat einen neuen "Bericht an die Gesellschaft" vorgelegt, benennt positive Entwicklungen und weist auf das Bedürfnis hin, die Frauenquote auf der Führungsebene zu erhöhen. Wirtschaftlich läuft es derzeit ebenfalls gut. Von Andreas Speen

Spendenübergabe, Stiftungspreis, Votingwettbewerb oder Vereinsunterstützung - die Kreissparkasse Heinsberg begegnet den Menschen an vielen Stellen in ihrem Leben. Dies ist gewollt. Und dies dokumentiert der "Bericht an die Gesellschaft", der 2014 zum ersten Mal herausgegeben wurde. "Kern unseres öffentlichen Auftrages ist es, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen", hob der Vorstandsvorsitzende Thomas Pennartz hervor und legte gestern einen neuen "Bericht an die Gesellschaft" vor, dabei daran erinnernd, dass sich die Sparkassen "der Daseinsvorsorge verpflichtet" haben.

Gute wirtschaftliche Kennzahlen sind die eine Seite, auf die Sparkassen schauen. Und auf dieser konnte die Kreissparkasse Heinsberg ebenfalls gestern der Vertreterversammlung Positives berichten. Pennartz erklärte: "Insbesondere bei Krediten an Unternehmen und Selbstständige verzeichnen wir ein sehr starkes Wachstum von über 60 Millionen Euro seit Jahresbeginn. Unser gesamtes Kreditvolumen beläuft sich inzwischen auf nahezu 2,6 Milliarden Euro. Auch im Einlagengeschäft stellen wir wiederum ein starkes Wachstum, insbesondere bei kurzfristigen Einlagen fest. Dies zeigt sich an der erzielten Steigerung von 85,9 Millionen Euro Ende Mai, so dass die gesamten Kundeneinlagen nun bei über 2,17 Milliarden Euro liegen." Auf der anderen Seite betrachten die Sparkassen und ihre Eigentümer - das sind jeweils die Bürger einer Stadt oder eines Landkreises - jene Werte, die an die Gesellschaft vor Ort, somit am Geschäftsort zurückgegeben werden. Was hier im Kreis Heinsberg im vergangenen Jahr geleistet wurde, haben Thomas Pennartz und Marie-Theres Jakobs-Bolten, die Vorstandsstellvertreterin ist, gestern präsentiert. "Unser ,Bericht an die Gesellschaft' soll die Diskussion anregen, was Sparkasse soll und kann", schickte Pennartz die Bitte vorweg, dass sich die Kunden damit auseinandersetzen mögen. In Papierform liegt der Bericht in den Filialen aus, er kann aber auch von der Internetseite der Kreissparkasse heruntergeladen werden.

Hingewiesen wird beispielsweise auf die fast 10.000 Bürgerkonten, die von der Kreissparkasse Heinsberg als Guthabenkonten für jene Menschen geführt werden, die sonst keine Konten erhalten würden, wozu Pennartz ausführte: "Wir stellen Basisdienstleistungen für jedermann bereit und ermöglichen somit auch finanziell schwächeren Personen die Teilhabe am Wirtschaftsleben."

Thematisiert wird in dem Bericht auf ganz bildhafte Weise, wie die Kreissparkasse die Bürger anregt, sich mit ihrer Heimat zu befassen: Ausgeschrieben worden war ein Fotowettbewerb zur Region, dessen Siegerfotos den Bericht bereichern (Miriam Amels steuerte das Titelbild bei; alle Hauptpreisträger zeigt das Foto der Kreissparkasse Heinsberg auf dieser Seite).

Angesprochen wird in dem Bericht die finanzielle Unterstützung für Vereine und Spenden an Wohlfahrtsverbände, wozu auch die Schuldnerberatung gehört. Einige Informationen sind in ausführliche Texte gekleidet, wie zu einem mehrteiligen Workshop, in dem die Sparkasse Bürger befragte, wie sie deren Rolle sehen - sowohl aus Bürger- als auch Bankensicht. Andere Informationen sind als Zahlenwerk enthalten, so der Beitrag der Kreissparkasse zum Gemeinwesen und zum Personalbestand, zwei in der Erläuterung von Thomas Pennartz durchaus interessante Bereiche.

Als Beitrag zum Gemeinwesen rechnete die Sparkasse für vergangenes Jahr 48,7 Millionen Euro aus, zwei mehr als 2014. Darin enthalten sind 8,6 Millionen Euro ertragsabhängige Steuerzahlungen, 29,7 Millionen Euro Löhne und Gehälter (bei 679 Mitarbeitern), 1,5 Millionen Euro Spenden und Sponsoring, 7,8 Millionen Euro Aufträge an regionale Firmen und eine Millionen Euro Ausschüttung an die Träger (Kreis Heinsberg und Stadt Erkelenz). All das sind Werte, auf die die Kreissparkasse stolz ist. Anders verhält es sich beim Personalbestand, zu dem Thomas Pennartz deutlich sagte: "In unserem Bericht ist unsere Frauenquote nachzulesen, und das ist etwas, auf das wir nicht stolz sein können. Wir haben 404 weibliche und 275 männliche Mitarbeiter, aber nur eine zehnprozentige Frauenquote auf der Führungsebene bis zu den Abteilungs- und Filialdirektoren." Hoffnungen, besser zu werden, setzt Pennartz in ein laufendes Mentorenprogramm.

Quelle: RP
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