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Serie Was Macht Eigentlich?
Der Mann mit den richtigen Ideen

Serie Was Macht Eigentlich?: Der Mann mit den richtigen Ideen
Lothar Matthäus posiert mit seinem Freund Lothar Rhönisch und Grillmaster-Chef Herbert Meessen. FOTO: LR
Erkelenz. Lothar Rhönisch hat Grillhähnchen, Versicherungen und Immobilien verkauft. Vorgemacht, wie man erfolgreich die Gastronomie der Kaiser-Friedrich-Halle führt, dann Burg Wegberg zum profitablen Unternehmen gemacht. Und er war ein "Macher" bei den FC-Fußballern. Von O. E. Schütz

Wegberg Wer Lothar Rhönisch besucht auf seinem Vierkanthof in Wolfsittard, findet eine ländliche Idylle mit Pferden, Ponys, Hühnern, Hunden, Katzen und Kindern, die hier nach Herzenslust herumtoben und spielen. Der "Mäurerhof" aus dem Jahr 1894 war kein Landwirtschaftsbetrieb mehr, als Rhönisch ihn 1989 kaufte und aufwendig instandsetzen ließ zu einem gepflegtes 1,8 Hektar großen Anwesen mit 900 Quadratmetern Wohnfläche. "Ich bin gerne zu Hause, bei meiner Familie. Ich brauche meine Frau, meine drei Söhne, meine beiden Enkel, mein Umfeld. Dann bin ich sehr zufrieden", sagt Rhönisch. Fünf Parteien wohnen im Mäurerhof, vier gehören zur Familie.

60 ist Lothar Rhönisch geworden. Er wirkt ruhig und ausgeglichen. Alte Freunde (und vor allem Gegner) aber wissen, dass er auch ganz anders sein kann: impulsiv und sehr kämpferisch. Lothar Rhönisch hat früh gelernt, die Ellbogen auszufahren, sich durchzusetzen, mit harten Bandagen, wenn nötig: als Kind in Hehn und Hehnerholt auf der Straße, dann auf dem Fußballplatz. Und schließlich als knallharter Geschäftsmann. Das Leben ist ein Kampf, und Lothar Rhönisch besteht ihn zuallermeist.

Er hat Spuren hinterlassen, auch gewisse Maßstäbe gesetzt. Zum Beispiel bei der ehemals "guten Stube" seiner Vaterstadt, der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach. Anfang der 1990er Jahre hat er hier als einer von drei Pächtern in der Gastronomie gezeigt, wie sie erfolgreich zu betreiben ist: mit Ideen, hohem persönlichen Einsatz und dem "Händchen" dafür, Mitarbeiter zu engagieren, die ihr Metier beherrschen und engagiert arbeiten. Der Biergarten hinter der Halle war zwei, drei Jahre lang die Sommer-Attraktion der Stadt, gab Anstoß für andere.

FC-Altherren auf Jahrestour vor Kroatien, von oben links nach unten rechts: Lothar Rhönisch, Dieter Glasmacher, Manfred Pardon, Arno Pütz, Horst Maßen, Dieter Wimmer und Heinz Küskes. FOTO: LR

Doch dann wurde es Rhönisch zuviel, die Hauptlast zu tragen mit 70 Arbeitsstunden in der Woche - neben den auch noch laufenden Aktivitäten in seinem gelernten Beruf: Versicherungs- und Immobilienkaufmann. Die Familie musste stark zurückstecken. Und für sein großes Hobby, den Fußball beim 1. FC Mönchengladbach, blieb schon gar keine Zeit. Rhönisch fand eine neue Chance und Herausforderung: 1995 kaufte er mit sieben Partnern die kaum genutzte "Burg Wegberg" und beendete seinen Vertrag für die Kaiser-Friedrich-Halle mit der Stadt Mönchengladbach. Sein gastronomisches Engagement in Wegberg wurde eine Erfolgsgeschichte, mit dem Biergarten in Gladbach ging es abwärts, weil sein Einsatz fehlt.

Die Gastronomie ist Rhönisch nicht in die Wiege gelegt worden, das Anpacken schon: Vater Karl war Bauarbeiter, Mutter Liane gelernte Textilstopferin. Die Familie mit drei Kindern lebte in Hehnerholt. Lothar besuchte bis zur elften Klasse das Math.-Nat.-Gymnasium, machte dann eine Ausbildung als Textil-Volontär bei der "Gladwolle" und danach noch eine zum Versicherungskaufmann. Mit Peter Meis, den er von seiner Fußballzeit beim Rheydter Spielverein kannte, machte er sich selbstständig, vermittelte dazu Immobilien - und suchte weitere Einnahmequellen.

Eifrig geklettert: Conny, Max, Lothar und Tim Rhönisch. FOTO: LR

Dabei stieß er auf "Grillmaster", eine bundesweit vertretene Schnellrestaurantkette, deren Chef Herbert Meessen Kunde in der Versicherungsagentur war. Lothar Rhönisch sah seine Chance und schlug zu - erfolgreich: Er hatte als Franchise-Unternehmer bis zu neun Grillmaster-Restaurants zwischen Mönchengladbach und Krefeld. 2006 hat er den letzten verkauft: "Durch die Abrechnungen spätabends war es schon eine Belastung - und ich habe gute Preise bekommen." Geld, das in andere Bereiche investiert ist. In Immobilien, aber auch schon mal in Dinge, die ihm am Herzen liegen: "Wenn ich helfen kann, tue ich es gerne." Seinem 1. FC Mönchengladbach zum Beispiel, oder der DJK Hehn, in die er als siebenjähriger Straßenfußballer gekommen ist. Er unterstützt Schützenbruderschaften und Karnevalsgesellschaften, spendet für wohltätige Zwecke. Rhönisch, der knallharte Geschäftsmann, hat auch weiche Seiten.

Quelle: RP
 
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