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Erkelenz
Der Tragödie erster Teil

Erkelenz: Der Tragödie erster Teil
Fast drei Stunden stehen die jungen Schauspieler bei "Faust I" auf der Bühne. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Der Deutsch-Literaturkurs Q1 des Cornelius-Burgh-Gymnasiums brillierte mit der Premiere von "Faust - Was die Welt im Innersten zusammenhält!" und setzte den Stoff mit sowohl alten als auch neuen Elementen überzeugend um. Von Katrin Schelter

Der weise Ratschlag "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie" wird vor allem von älteren Generationen gern erteilt, und oft ist die Rede von "des Pudels Kern". Während diese Phrasen alltäglich von uns verwendet werden, wissen viele jedoch gar nicht mehr, woher diese geflügelten Worte stammen - aus "Faust I", der Tragödie aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe, die gemeinhin als das bedeutendste Werk der deutschen Literatur gilt. Schüler des Cornelius-Burgh-Gymnasiums haben es sich nun nicht nur zur Aufgabe gemacht, das Geschehen modern und ansprechend auf der Bühne umzusetzen, sondern auch dem tieferen Sinn von Goethes Drama auf den Grund zu gehen.

So feierte am Dienstag der Literaturkurs Deutsch der Jahrgangsstufe Q1 mit seinem Stück "Faust - Was die Welt im Innersten zusammenhält!" vor rund 100 Gästen im Foyer des Burgh-Gymnasiums Premiere. Gebannt verfolgten die Zuschauer das Schauspiel, garniert mit den richtigen Requisiten, Bühnenbild und tollen Spezialeffekten, und die Präsentation der Geschichte von Heinrich Faust und seinem Pakt mit dem Teufel. Faust (Sebastian Kayser, Jost Dreissen, Yannik Hurtmann, Tim Grates), ein hoch angesehener Forscher und Lehrmeister, ist nicht mehr der Jüngste und mit fast allen Errungenschaften und Entscheidungen unzufrieden. Des Lebens überdrüssig, zögert er bei seinem Aufeinandertreffen mit dem teuflischen Mephistopheles (Anke Thönnissen, Luca Paulussen, Leonie Weiss, Franziska Freitag, Diana Widowski) nicht lange, verspricht diesem seine Seele, falls es ihm gelänge, Faust von seiner Unzufriedenheit zu befreien. Dank Mephistopheles' Hilfe geht Faust, erneut als junger Mann, auf Reisen und schafft es sogar, das junge Gretchen (Mona Flatten, Anna Amels) zu verführen. Faust schwängert sie jedoch und hat den Tod ihrer Mutter und ihres Bruders Valentin (Tim von Stubbendorf) zu verschulden. Gretchen, dem Wahnsinn anheimgefallen, tötet das uneheliche Kind und wird verhaftet, ihr droht die Hinrichtung. Faust versucht sie zu retten, muss sie schlussendlich aber der Gnade Gottes überlassen.

Das fast dreistündige Stück endete mit tosendem Applaus für die 30 Schüler des Literaturkurses unter der Leitung und Regie von Deutschlehrer Jan Küper. "Es stand bereits zu Beginn des Schuljahres fest, dass wir den Faust aufführen würden. Dazu habe ich die Schüler gewissermaßen gezwungen", sagte er lachend. "Jeder kennt den Faust, aber kaum einer hat ihn gelesen - und da die Tragödie in den nächsten Jahren Abiturstoff ist, sollte nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Schülern ein neuer Zugang zum Faust ermöglicht werden", erklärte Küper.

Gemeinsam schrieben die Kursteilnehmer das Stück um. Mit Teilen aus dem Originaltext und neudeutschen Sprachwendungen schuf die Gruppe eine modern verständliche Version mit viel Humor, die die ursprüngliche Werkintention nicht verlor. Das Ergebnis, dass die Schüler nach theaterpädagogischen und sprachlichen Übungen sowie wochenlangen Proben präsentierten, konnte sich mehr als sehen lassen. "Unheimlich viele sind über sich hinausgewachsen, und einige der Schüler sagten mir, dass sie den Faust durch unser Projekt einmal ganz anders gesehen hätten, das freut mich sehr", sagte der Kursleiter stolz.

Quelle: RP
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