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Erkelenz
Die Heimat entwickeln

Erkelenz: Die Heimat entwickeln
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Erkelenz. "Wir in Holzweiler" will helfen, für ein lebendiges Miteinander im künftigen Tagebaurandort zu sorgen. Von Andreas Speen

Ein Dorf, das Zukunft hat, will Holzweiler sein. Es hat sich deshalb aufgemacht, diese mitzugestalten. "Wir in Holzweiler" heißt eine Gruppe von inzwischen mehr als 85 Einwohnern, die sich mit der Dorfentwicklung befasst. "Wir verstehen uns als Plattform für Menschen, die sich für Holzweiler engagieren", erklärt Torsten Moll.

Nach der politischen Leitentscheidung der Landesregierung im Jahr 2014, Holzweiler von der tagebaubedingten Umsiedlung zu verschonen, und ausgehend von einer Dorfversammlung im Mai 2017, in der mit Stadtplanern und Erkelenzer Stadtverwaltung begonnen wurde, die Dorfentwicklung zu fördern, hat sich mittlerweile eine große Einwohnergruppe bereiterklärt, sich in verschiedenen Themengebieten für ihren Ort einzusetzen. Aus dieser wiederum hat sich ein achtköpfiges Kernteam herauskristallisiert, das all diese Aktivitäten unterstützt, zwischen den Akteuren vermittelt und Kontakte herstellt. "Wir verstehen uns als Sammelstelle für Projekte, helfen zu koordinieren und wollen die vielen Aktivitäten der Vereine bündeln", erklärt Willi A. Weitz. Und Torsten Moll ergänzt, dass "nichts Vorhandenes ersetzt werden soll, denn: Es gibt bei uns schon sehr viele tolle Angebote." Vielmehr solle eine zusätzliche Plattform geschaffen werden, die wachsen will. Bewusst handele es sich um keine in sich geschlossene Gruppe, sondern ein offenes Angebot. "Wir wollen die Bürger dazu bewegen, etwas zu bewegen", bringt es Moll auf den Punkt.

Nach Venrath und Kaulhausen hatte die Stadt Erkelenz den sogenannten Dorfentwicklungsprozess in Holzweiler angestoßen, der zum Ziel hat, mit den jeweiligen Einwohnern über die Zukunft ihrer Orte nachzudenken, Ideen zu entwickeln und sie anschließend umzusetzen. Nach der Auftaktveranstaltung im vergangenen Mai sind in Holzweiler viele Ideen entstanden, berichtet Jorge Lale-Lopez: "Dazu gehörte beispielsweise der erste lebendige Adventskalender, den es in Holzweiler gegeben hat." Andere Themen, an denen gearbeitet wird, sind ein eigener Dorfladen, ein Wochenmarkt, eine Internetseite und die Stärkung von Holzweiler als Sportstandort. Geplant wird ein Dorffest aller Vereine für das Jahresende, beraten wird über neuen Wohnungsbau, das bevorstehende Leben am Tagebaurand und zukünftig wegfallende Verkehrswege, sobald der Tagebau Garzweiler II zwischen Wanlo und Jackerath einmal die Autobahn 61 überschritten hat. Alle diese Themen sind aus der Dorfversammlung heraus entstanden. "Wir haben sie mitgenommen und begonnen, diese mit Interessierten in Angriff zu nehmen", erklärt Weitz. Sie befänden sich alle in Stadien unterschiedlicher Reife.

"Wir in Holzweiler" wirkt in den Ort hinein. Dafür steht das "in" im Namen. Über den Zusammenschluss vernetzt sich der Ort auch mit den Stadtplanern aus Aachen, die derzeit am Dorfentwicklungsprozess arbeiten. "Das Planungsbüro soll spüren, dass die im Mai aufgeworfenen Ideen und Projekte aus der Bevölkerung heraus aufgegriffen werden", erläutert Moll. Deshalb stehe das Kernteam in einem regen Austausch mit den Stadtplanern, "die dadurch ein Empfinden aus dem Ort heraus für ihre Arbeit erhalten". Die zweite Dorfversammlung wird laut "Wir in Holzweiler" für das Frühjahr geplant.

Quelle: RP
 
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