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Erkelenz
Die Inklusion-Diskussion breiter führen

Erkelenz: Die Inklusion-Diskussion breiter führen
Nach dem Gespräch mit der Lebenshilfe Heinsberg im Café "Inclusio" schauten sich André Stinka (r.) und Norbert Spinrath (2.v.l.) das darübergelegene Wohnhaus für Menschen mit Behinderung an. Später wurden noch ein Erkelenzer und ein Geilenkirchener Unternehmen besucht. Weltwirtschaftslage und Software-Entwicklung im ländlichen Raum waren dort die Themen. Spinrath hatte dem SPD-Generalsekretär diese Besuchsvorschläge gemacht: "Zur Auswahl - ich finde es schön, dass er allen Drei zugestimmt hat." FOTO: spe
Erkelenz. André Stinka, Generalsekretär der NRW-SPD, im Gespräch mit der Lebenshilfe in Erkelenz. Von Andreas Speen

Eine umfassendere Debatte über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen sowie Korrekturen am Entwurf des Bundesteilhabegesetzes forderte André Stinka, Generalsekretär des SPD-Landesverbandes, gestern in einem Gespräch mit Vertretern der Lebenshilfe Heinsberg. Auf seiner politischen Sommertour war Stinka mit dem Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der SPD im Kreis Heinsberg, Norbert Spinrath, zu Gast im Café "Inclusio" an der Südpromenade in Erkelenz.

Die Lebenshilfe Heinsberg war mit Vorstand und Geschäftsführer, Werkstattleitern und Werkstattrat gekommen, um mit den Sozialdemokraten über die Belange von Behinderten zu sprechen. Dass von ihr eine große Zahl von Menschen vertreten wird, verdeutlichte deren Geschäftsführer Edgar Johnen: "Die Lebenshilfe Heinsberg beschäftigt in ihren Werkstätten", zu denen auch die der Prospex GmbH gehören, "rund 2500 Menschen und ist damit einer der größten Arbeitgeber im Kreis Heinsberg." Würden deren Familien eingerechnet, kämen mit ihr regelmäßig rund 10.000 Personen in Kontakt. Ausgewachsen ist das Angebot der Lebenshilfe dabei auch im 50. Jahr ihres Bestehens nicht. Dazu Johnen: "Da die Anzahl psychisch Erkrankter steigt, bauen wir derzeit in Geilenkirchen eine dritte Werkstatt für die Prospex GmbH." Zweieinhalb Millionen Euro werden investiert. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr nächsten Jahres vorgesehen. Schwerpunkt der Werkstatt soll die noch in Heinsberg beheimatete Metallverarbeitung werden. "Es wird dort 100 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geben und weitere 25 reguläre", erklärte Johnen. "Damit tragen wir zur Regionalisierung und zu kurzen Wegen zur Arbeit bei."

André Stinka stellte in dem Gespräch dar, dass seiner Meinung nach in NRW die Diskussion über die Inklusion "sehr stark auf Schulen und die Frage, wer zahlt dafür", bezogen sei, und forderte dazu auf, sie "breiter zu führen", da beispielsweise auch die Arbeit zur gelingenden Inklusion beitrage. Auch griffen Stinka und Spinrath die Kritik der Lebenshilfe-Vertreter am Entwurf des Bundesteilhabegesetzes auf. Zu dem hatte Johnen erklärt, dass der Arbeitsmarkt selektiv sei, weshalb auch künftig nicht auf Werkstätten für Menschen mit Behinderung verzichtet werden dürfe. Er halte einen rein inklusiven Arbeitsmarkt für "eine Illusion", richtete Edgar Johnen seine Warnung an die Gestalter des Bundesteilhabegesetzes, die den Erhalt solcher Einrichtungen nicht gefährden dürften. André Stinka erkannte anschließend an, dass "noch einmal eine breitere Inklusionsdebatte wichtig" sei. Und Spinrath berichtete, bereits zuvor von der Lebenhilfe Heinsberg gehörte Kritik an dem Gesetzesentwurf in Berlin schon angebracht zu haben: "Wir werden den Entwurf noch an einigen Punkten verbessern, so dass er Ihren Wünschen näherkommt."

Quelle: RP
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