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Erkelenz
Digitalisierung fordert heraus

Erkelenz: Digitalisierung fordert heraus
Trafen sich in Erkelenz (v.l.): Adi Rademacher, Kreislehrlingswart, Johannes Willms, Kreishandwerkerschaft, MdL Stefan Lenzen, Thomas Giessing, Kreissparkasse, Michael Vondenhoff, Kreishandwerkerschaft, Andreas Pinkwart, NRW-Wirtschaftsminister, Edwin Mönius, Kreishandwerksmeister, MdL Bernd Krückel, MdL Thomas Schnelle und MdB Wilfried Oellers. FOTO: R. Klapproth
Erkelenz. Die Zukunft des Handwerks vor dem Hintergrund der Digitalisierung stand im Mittelpunkt beim 23. Frühjahrstreffen der Kreishandwerkerschaft. Gastredner zum Thema Handwerk 4.0 war NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Von Kurt Lehmkuhl

Die fortschreitende Digitalisierung ist und bleibt ein Dauerthema für die Handwerksbetriebe im Kreis Heinsberg. Dies wurde deutlich beim 23. Frühjahrstreffen der Kreishandwerkerschaft in Erkelenz, bei der der Wirtschaftsminister des Landes NRW, Andreas Pinkwart, als Gastredner zum Thema Handwerk 4.0 sprach.

"Wir leben in einer Zeit des rasanten Wandels. Schlagworte wie Distribution und Digitalisierung begegnen uns an allen Orten. Geschäftsmodelle, die über Jahrzehnte hinweg erfolgreich funktioniert haben, werden innerhalb kürzester Zeit verdrängt und teilweise ersetzt durch digitale Lösungen. Dynamik wird für unsere Betriebe und Wirtschaftsstandorte überlebenswichtig", sagte Kreishandwerksmeister Edwin Mönius aus Wassenberg bei seiner Begrüßung in den Räumen der Kreissparkasse. Dieser Aussage stimmte nicht nur Pinkwart zu, sondern auch Max Esser von Wurstwaren Esser aus Erkelenz und Guido Randerath, Geschäftsführer der Heinsberger Firma Elteba, in einer Gesprächsrunde unter der Leitung des Journalisten Thorsten Pracht.

Die Digitalisierung bedeutet längst nicht mehr nur Umstellung der Buchführung, der Personalplanung oder der Büroorganisation weg von Kugelschreiber und Aktenordner und hin zu Computer und Speicherplatz. Die Digitalisierung hat längst auch Einzug gehalten in die Produktion und in die Produktentwicklung. "Ohne Digitalisierung geht es nicht", meinte Esser, der zugleich betonte: "Digitalisierung ist und kann nicht alles." Besonders das heimische Handwerk lebe von seinen Produkten, seiner Nähe zum Kunden. "Wir dürfen vor lauter Digitalisierung nicht unsere Produkte vergessen." Es könne nicht Aufgabe des Handwerks sein, die Digitalisierung zu erfinden oder zu verbessern, "wir können nur die Digitalisierung sinnvoll nutzen." Diese Ansicht bestätigte Randerath, der einräumte, sein Unternehmen der Elektrotechnik habe anfangs viel Lehrgeld bezahlt beim Einstieg in die Digitalisierung. Das Bestreben, alles und jedes in digitaler Form darzustellen, müsse zwangsläufig scheitern, wo individuelle Lösungen gefordert sind. Da könne die Digitalisierung zwar helfen, bleibe aber das Handwerk schlussendlich maßgeblich.

Pinkwart sieht in der Digitalisierung für das Handwerk Chancen und Herausforderungen. Er ermutigte die Handwerker aus dem Kreis Heinsberg, die Beratungsangebote des Landes zur Digitalisierung zu nutzen. Zugleich forderte er einen zügigeren Ausbau des Glasfasernetzes in NRW. Das Land hinke hinterher. Er werde bestrebt sein, Planungshürden abzubauen und das Land wieder für Investoren attraktiv zu machen. Dabei gehe es nicht ohne eine weitere Digitalisierung, da für die Wirtschaft ebenso wie für die Industrie gelte: "Nicht der Große schluckt den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen."

Quelle: RP
 
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