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Erkelenz
Digitalisierung für Unternehmen wichtig

Erkelenz: Digitalisierung für Unternehmen wichtig
Bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Handwerkskammer Aachen sprach Gastredner Dr. Oliver Grün (M.) auf Einladung von Kammerpräsident Dieter Philipp (l.) und -Hauptgeschäftsführer Peter Deckers über Digitalisierung und die damit verbundenen Chancen für mittelständische Unternehmen. FOTO: Handwerkskammer Aachen / Elmar Brandt
Erkelenz. Digitalisierung und Integration von Zuwanderern sind die zwei wichtigen Themen auf der Frühjahrs-Vollversammlung der Handwerkskammer in Aachen gewesen. Gastreferent Oliver Grün fordert mehr Digitalisierungs-Engagement.

Die fortschreitende Digitalisierung ist im privaten wie beruflichen Leben ein bedeutendes Thema, auch bei der Vollversammlung der hiesigen Handwerkskammer im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Deshalb hatte Kammerpräsident Dieter Philipp als Gastreferenten Dr. Oliver Grün eingeladen, einen IT-Experten und Aachener Unternehmer, der in seinem Vortrag kritisierte, dass in Deutschland momentan im Hinblick auf Digitalisierung zu wenig unternommen würde. Er warnte allerdings auch davor, es mit der Digitalisierung zu übertreiben.

Viele Unternehmen im Handwerk arbeiteten bereits mit hochmoderner Technik. Viele haben ihre Betriebe schon zukunftsorientiert aufgestellt. Dies stellte Kammerpräsident Philipp zu Beginn der Vollversammlung fest. Auch verwies er darauf, dass die Kammer diese Entwicklung fördere und dabei eng mit der FH Aachen zusammenarbeite. Mehrere Duale Studiengänge seien angelaufen, zahlreiche Teilnehmer lernten darin einen Handwerksberuf und strebten zugleich den Bachelor-Abschluss in einem Studienfach an. Dieter Philipp ging außerdem auf die digitalen Kompetenzzentren ein, die in Deutschland für das Handwerk eröffnet worden seien - alle mit einem anderen Schwerpunkt. Sie könnten helfen, Wirtschaftsunternehmen und ihre Beschäftigten fit für die Zukunft zu machen. Modern aufgestellte Betriebe seien letztlich auch für junge Menschen sehr attraktiv. Das Handwerk müsse schließlich etwas bieten, um sich gegen den Akademisierungstrend behaupten und junge Nachwuchskräfte gewinnen zu können. Erfreut stellte Philipp für den hiesigen Kammerbezirk jedoch fest, dass der Technologietransfer in vielen Handwerksbetrieben bereits erfolgreich stattgefunden habe, was herausragende Erfolge von Unternehmen aus der Region zeigten.

Was in Zukunft noch alles möglich sein könnte, machte Dr. Oliver Grün im Gastvortrag zum Thema. Ziel der Digitalisierung müsse nicht die Vernetzung sein, sondern eine Gesellschaft, die "gesünder, besser und sicherer" leben könne. Ganz wichtig sei jetzt eine Einstellung, die zu mehr Aktivität führt, es sollten nicht nur Bedenken getragen werden. "Daten sind die Rohstoffe der Zukunft", sagte Grün und kritisierte die Politik, die zu langsam agiere und zu viele Vorschriften - zum Beispiel beim Datenschutz - mache, fasste die Handwerkskammer Aachen die Rede in einem Pressebericht zusammen. Gerade im Handwerk bestehe ein großer Bedarf an IT-Unterstützung. Auf der anderen Seite müssten Unternehmer aber auch selbst Initiative ergreifen und "Chancen jagen". So gab Grün Betriebsinhabern als Tipp auf den Weg, neben dem Alltagsgeschäft einen "Innovationskanal" zu eröffnen, in dem sie den Einsatz neuer Technologien und die Verwendung von digitalen Hilfsmitteln erproben könnten. Außerdem verwies er auf die Initiative "Aachen digitalisiert" und rief zur Beteiligung auf, damit das ambitionierte Projekt als "Digital Hub" für die Region auf die Schiene gesetzt werden könne. Abschließend warnte Grün noch deutlich, dass "nicht alles digitalisiert werden sollte, was digitalisiert werden könnte. Gerade im Hinblick auf Sicherheit, Kriegsführung und Bewaffnung müssten der Digitalisierung Grenzen gesetzt werden".

(spe)
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