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Erkelenz
Dosensatellit aus Schülerwerkstatt

Erkelenz: Dosensatellit aus Schülerwerkstatt
Erik Wrede, Tom Jansen, Szymon Habrainski, Tobias Gnodke und Bastian Schulz forschen an einem Satelliten in der Größe einer Getränkedose. FOTO: Cusanus-Gymnasium
Erkelenz. Das Cusanus-Gymnasium schickt zum zweiten Mal ein Team zum bundesweiten CanSat-Wettbewerb. Dafür werden die Erkelenzer Oberstufenschüler einen Dosensatelliten bauen und mit Forschungsaufgaben auf Reisen schicken.

Im zweiten Jahr infolge hat es ein Team des Cusanus-Gymnasiums geschafft, sich für das Finale des bundesweiten CanSat-Wettbewerbs zu qualifizieren. Ausgetragen wird dieser vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der European Space Agency (ESA). Als einziges Team aus Nordrhein-Westfalen tritt "RescuePods" im September in Bremen mit neun weiteren Teams aus ganz Deutschland an, um ihren Satelliten in Dosenformat mit einer kleinen Rakete hochzuschießen, teilt das Erkelenzer Gymnasium mit.

2017 hatte das Team "Cusanus_Innovation" beim bundesweiten CanSat-Wettbewerb in Bremen den dritten Platz erringen können. Jetzt entwickeln, bauen und programmieren die Oberstufenschüler Erik Wrede, Tom Jansen, Szymon Habrainski, Tobias Gnodke und Bastian Schulz für den Wettbewerb einen Satelliten in der Größe einer Getränkedose.

Neben einer primären Mission, die für alle Teams gleich ist, soll in einer sekundären Mission Leben gerettet werden. Die primäre Mission ist von dem Wettbewerb vorgegeben und besteht aus einer Messreihe von Temperatur, Luftdruck und Höhe. Die sekundäre Mission hingegen ist von Team zu Team unterschiedlich und wird von diesen selbst gewählt. "Wie es der Name des Teams vielleicht schon verrät, wird der Satellit so mit Technik und Sensorik ausgestattet, dass während des Gleitflugs und nach dem Landen menschliches Leben erkannt werden kann. Insbesondere soll Leben gefunden werden, welches im Falle einer Notsituation verschollen ist. Dies kann etwa nach Erdbeben, Lawinenunglücken oder Hochwasser der Fall sein", berichtet Schulleiterin Rita Hündgen in einer Pressemitteilung. Wie ist technisch menschliches Leben zu erkennen? Das Team "RescuePods" stellt sich dieser Frage und konstruiert einen Satelliten, der über zwei Systeme verfügen wird, welche menschliches Leben erkennen: ein aktives und ein passives System. "Beim aktiven System erkennt der Satellit selbst mittels einer Infrarotkamera Wärmesignaturen, die auf menschliches Leben hinweisen. Ein weiterer Sensor soll Handysignale erkennen, die womöglich zu einer bewusstlosen Person gehören. Das passive System setzt einen Menschen in die Lage, mithilfe eines gefundenen ,RescuePods' ein Hilfesignal auszusenden", schildert das Cusanus-Gymnasium weiter. Durch einen eingebauten GPS-Sensor könne die genaue Position der Person bestimmt und zu einer Bodenstation gesendet werden: "Die verschollene Person kann somit gefunden und gerettet werden."

Bei der Entwicklung und Realisierung des Satelliten lernen die Schüler ebenfalls die Grundstrukturen eines Satellitenprogramms kennen. Arbeitsaufteilung und Zuständigkeiten sind klar definiert. Neben der technischen Umsetzung, Programmierung und Datenauswertung müssen außerdem Sponsoren gefunden werden. Die Schüler akquirieren selbstständig Sponsorengelder und finden Partner, die das Projekt technisch und finanziell unterstützen. In den kommenden Wochen und Monaten findet die Bau- und Testphase für den Satelliten statt, um danach vom 17. bis 21. September in Bremen an den Start gehen zu können.

(spe)
 
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