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Erkelenz
Ehepaar Friedel: Musik hält den Geist lebendig

Erkelenz. Traute und Heinz Friedel haben das S.I.E.-Erzählcafé viele Jahre mitgestaltet, Traute Friedel als Frau am Klavier. Von Angelika Hahn

Als gerade das Erzählcafé der Senioren-Initiative Erkelenz zum 175. Mal stattfand, durften zwei Akteure der ersten Stunde nicht fehlen: die Eheleute Heinz und Traute Friedel. Vom Beginn der beliebten Treffen an bis vor rund einem Jahr war Traute Friedel am Piano eine feste Größe des Erzählcafés. Ihr beschwingtes Spiel populärer Evergreens zum Kaffee und als willkommene Einlage zwischen den Erzählblöcken wird heute von so manchem Gast sicher vermisst.

Aber mit 82 Jahren ist es der leidenschaftlichen Amateurmusikerin nicht zu verdenken, dass sie kürzer treten möchte. Ihr Engagement im Johanniter-Stift, in dem sie früher wöchentlich für den guten Ton sorgte, gibt die gebürtige Ostpreußin allerdings noch nicht auf. Einmal im Monat gestaltet sie nach wie vor "Klaviermusik zur Kaffeezeit". Dass Traute Friedel für ihr Engagement 2010 die Ehrennadel des Johanniterordens bekam, spricht für sich. Auch in der Seniorenwohnanlage "Glück auf" gestaltete Traute Friedel so manche Geselligkeit mit.

Meist mit dabei ist Ehemann Heinz (83), ebenfalls Musikfreund und Hobbysänger - beide Eheleute sind übrigens immer noch aktiv im evangelischen Kirchenchor. Heinz Friedel ist ein guter Moderator und hat auch so einige Erfahrungen dabei gesammelt, gesellige Runden zum gemeinsamen Liedersingen anzuregen. "Es macht mir Spaß, Lieder auszusuchen und Gedichte vorzutragen", sagt er. Natürlich auswendig. Davon profitiert auch das Erzählcafé. "Da habe ich ein schönes Repertoire beisammen", lacht der Senior.

Am großen Flügel sitzt Traute Friedel zu Hause noch fast jeden Tag, liebt die klassischen Klavierwerke, vor allem Stücke von Chopin, improvisiert aber auch nach wie vor gern im Genre der leichten Muse. Ein Nachbar der Friedels erzählte S.I.E.-Gründer Josef Fedler seinerzeit von den Künsten Traute Friedels, deren Hausmusik nicht zu überhören war. Das Lampenfieber bei der Premiere war dann schnell verflogen, Friedel wurde die Pianistin des Erzählcafés.

Gern hätte die gelernte Metzgereifachverkäuferin in jungen Jahren Musik studiert, Klavierunterricht hatte sie. Aber die Kriegswirren mit Flucht aus Masuren verhinderten ein Studium. Im holsteinischen Tönning lernte sie dann ihren Mann, einen waschechten Nordfriesen kennen, der nach einer Zimmermannslehre in Hamburg später Ingenieurwesen studiert hat. Die beruflichen Arbeitsmöglichkeiten waren es, die das Paar, angeregt durch einen Onkel, der schon in der Region lebte, nach Mönchengladbach brachte. 1960 wurde dort geheiratet. 1969 zogen die Friedels mit drei Kindern nach Erkelenz und 1978 ins eigene Haus am Lindemannhof. Heinz Friedel arbeitete zuletzt als Ingenieur beim Kreis. Die Liebe zur Musik teilt auch er. Beide betonen: "Musik gibt uns sehr viel. Sie hält den Geist lebendig."

Quelle: RP
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