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Erkelenz
"Ein Freudentag und eine Ehre"

Erkelenz: "Ein Freudentag und eine Ehre"
Bis gestern hielt der Kreuzherrenorden sein Provinzialkapitel in St. Agatha/Niederlande ab. Zum Treffen seiner europäischen Brüder war Pater General Laurentius Tarpin (M.) aus Rom angereist und wünschte sich im Programm ein Besuch auf Hohenbusch. Er und Pater Provinzial Peter Snijkers (l.) wurden dort gestern von Heinz Küppers geführt. Auch segnete Snijkers eine Gedenktafel ein. FOTO: Laaser
Erkelenz. Der neue Ordensgeneral der Kreuzherren, Pater Laurentius Tarpin aus Rom, besuchte gestern Haus Hohenbusch, einst ein Kreuzherrenkloster. Von Andreas Speen

Zum zweiten Mal, seitdem das Kreuzherrenkloster in Erkelenz im Jahr 1802 aufgelöst wurde, hat ein Ordensgeneral Haus Hohenbusch besucht. Gestern wurden dort Pater General Laurentius Tarpin, Pater Provinzial Peter Snijkers und weitere Kreuzherren begrüßt. In einer Andacht im Chorraum der ehemaligen Klosterkirche segneten sie eine Gedenktafel für jene Kreuzherren ein, die einmal auf Hohenbusch zum Wohle des Ordens und der Menschen der Erkelenzer Lande gewirkt haben und deren Namen in Vergessenheit geraten sind.

Großen Dank zollte Pater General Laurentius Tarpin dem Förderverein um Heinz Küppers. Er sei erfreut, dass der Verein sich so intensiv um Hohenbusch kümmere und dass durch ihn die Geschichte des Klosters, dieses Ortes und des Ordens in die Zukunft getragen werde.

1302 war Hohenbusch als zweites Kreuzherrenkloster auf deutschem Boden gegründet worden - nach Beyenburg, das nahe dem heutigen Wuppertal liegt. Es galt Einigen als das schönste Mönchskloster der Region. Sicher ist auf jeden Fall, dass von hieraus auf die Region und die Urbarmachung des Landes großer Einfluss ausging. Und sogar ein Vorgänger des gestrigen Besuchers Pater General Laurentius Tarpin, Georg von Brüggen, war von Hohenbusch kommend im Jahr 1445 zum Ordensgeneral aufgestiegen. "Wir sind stolz auf unser Kloster", sagte Bürgermeister Peter Jansen bei der Begrüßung der Kreuzherren-Delegation aus Rom und verwies auf die Stadtgeschichte: "Erkelenz feiert in diesem Jahr, dass es vor 1050 Jahren erstmals urkundlich erwähnt worden war. Mit diesen Jahren und der Entwicklung unserer Stadt sind die Kreuzherren sehr eng verbunden."

Am 9. Juli 1802 war Konrad Ohoven, der letzte Prior von Hohenbusch, gezwungen worden, das von den Franzosen diktierte Aufhebungsprotokoll des Hauses zu unterzeichnen. Darauf folgte für das historische Gebäudeensemble eine wechselvolle Geschichte, in die erst 1983 Ruhe einkehrte. Damals ging das ehemalige Klostergut in den Besitz der Stadt über. Tatsächlich aufwärts geht es für Haus Hohenbusch seit 16 Jahren, nachdem sich dafür ein Förderverein gegründet hatte. Dessen Gründer und Vorsitzender Heinz Küppers erhielt beim Besuch der Kreuzherren deshalb auch Lob von allen Seiten. Denn allen war bewusst, dass dessen viele Tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit den Ort zu dem gemacht haben, was er heute ist: "eine Bereicherung für die Heimat" und "ein Standort für Kunst, Kultur und Musik" (Frank Körfer, Förderverein Hohenbusch) sowie "ein Ort, an dem heute noch vom Leben und Wirken der Kreuzherren erzählt wird" (Pater Provinzial Peter Snijkers).

Besondere Freude machte der gestrige Tag eben jenem angesprochenen Heinz Küppers, der ob des Besuches von "einem Freudentag und einer Ehre" sprach. Freude empfinde er auch darüber, dass der Orden der Kreuzherren Mitglied im Förderverein Hohenbusch geworden sei. Das verdeutliche die wiedergewachsene Verbindung zwischen dem Orden und dem einstigen Klostergebäude in Erkelenz, wofür der 2014 verstorbene Pater Gerhard Voss und vor drei Jahren der damalige Pater General Lewandowski die Basis gelegt hätten.

Auf die Andacht folgten gestern ein Imbiss im Priorensaal, die Besichtigung der Klosteranlage, des Parks und der musealen Zellen sowie ein Gedankenaustausch zwischen der Kreuzherren-Delegation und dem Förderverein über die zukünftige Zusammenarbeit.

Quelle: RP
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