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Erkelenz
Ein Mann, der hilft

Erkelenz: Ein Mann, der hilft
Helmut van der Beek (49) ist neuer Chef der Erkelenzer Feuerwehr. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Das Menschliche und die Technik brachten Helmut van der Beek zur Feuerwehr - heute ist der 49-Jährige deren hauptamtlicher Leiter in Erkelenz. Von Andreas Speen

Helmut van der Beek hat ein Lebensmotto. Es wurde in seiner Kindheit geprägt, beeinflusste seine Berufswahl und nutzt heute allen Einwohnern von Erkelenz: Man hilft sich.

Seit einem guten halben Jahr ist Helmut van der Beek hauptamtlicher Leiter der Feuerwehr Erkelenz. Noch ist er nicht ganz in seiner neuen Aufgabe angekommen, absolviert er doch bis Mai noch den Aufstieg zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst. Deshalb lebt er derzeit mehr in Münster als in Erkelenz, paukt noch einmal Mathematik in Hagen, Menschenführung in Herne sowie Verwaltungsrecht und BWL in Hilden. In den Tagen vor Karneval konnte er die Schulungsräume allerdings schon mal länger gegen seinen Schreibtisch im Rathaus am Johannismarkt tauschen. "Die halbe Miete ist geschafft", erzählt der 49-Jährige glücklich - am vergangenen Donnerstag legte er in Münster die Prüfung zum Zugführer ab. Noch bis Mai wird er dort weiterlernen. Zum Schluss steht eine dreitägige mündliche Laufbahnprüfung an. Danach steht der Berufsfeuerwehrmann Erkelenz ganz zur Verfügung, ganz nach dem Lebensmotto: Man hilft sich.

358 Männer und elf Frauen sind aktuell bei der Freiwilligen Feuerwehr in Erkelenz im Einsatz, acht Mitglieder ab sechs Jahren hat die Kinderfeuerwehr in Hetzerath und weitere 83 Mitglieder ab zehn Jahren die Jugendfeuerwehr. Helmut van der Beek kennt sie alle, weil er in den vergangenen Jahrzehnten - in denen er unter anderem Leiter der Löschgruppe in Gerderhahn sowie Führer des Löschzuges Zwei war - auch in der Ausbildung tätig gewesen ist. "Dadurch habe ich alle Mitglieder irgendwann einmal kennengelernt, und viele kenne ich auch aus dem aktiven Dienst. Leider nur kann ich mir nicht alle Namen merken", sagt van der Beek und kommt beim Gedanken an seinen Amtsvorgänger Wolfgang Linkens, der dafür ein Talent besitzt, ins Schmunzeln: "Namen sind nicht so mein Ding." Eine gute Ausbildung des Nachwuchses ist Helmut van der Beek immer schon wichtig gewesen. Ehrlichkeit steht bei ihm hoch im Kurs. Eine zu einhundert Prozent einsatzfähige und funktionstüchtige Technik ist für den Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Erkelenz und Ehrenbeamten auf Zeit (Wahlperiode sechs Jahre) unabdingbar. All das werde benötigt, "weil wir einen gefährlichen Job machen". Deshalb freue er sich beispielsweise auf das neue Drehleiterfahrzeug, das demnächst in Dienst gestellt wird. Und deshalb sei ihm wichtig, die Einsatzvorplanung auszubauen: "Es hat sie schon gegeben, aber ich will sie ausdehnen. Alle Führungskräfte müssen die großen Objekte in Erkelenz kennen, müssen sich darin auskennen, das schafft Sicherheit im Einsatz."

Bei dem, was van der Beek an der Feuerwehr wichtig ist, stechen die Technik und das Menschliche heraus. Darüber war der gebürtige Gerderhahner einst zu seinem Beruf gekommen. Sein Vater, der zunächst eine Weberei hatte und später in einer Verwaltung arbeitete, war auch bei der Freiwilligen Feuerwehr. "Als kleiner Lümmel war ich immer dabei", erinnert sich der 49-Jährige zurück, dem Familienzusammenhalt ein inneres Anliegen ist, "durch die Familie bin ich zur Feuerwehr gekommen, mich hatte die Technik interessiert und ich habe den guten Zusammenhalt in der Löschgruppe Gerderhahn gemocht." Und so kam es, wie es kommen musste: Nach der Grundschule in Gerderath und der Realschule in Wegberg wurde eine Elektroinstallateur-Lehre gemacht, folgte der Zivildienst beim DRK, wo er im Rettungsdienst als Rettungsassistent eingesetzt wurde und woran sich der Wechsel zur Berufsfeuerwehr mit Stationen in Düsseldorf und danach 20 Jahren in der Leitstelle des Kreises Heinsberg anschlossen.

Zweimal in diesen Jahren sei er ins Zweifeln geraten, ob der Beruf der richtige ist, sagt Helmut van der Beek: "Nach dem großen Flughafenbrand 1996 in Düsseldorf, wo ich zur ersten Truppe gehörte, und vor vier Jahren, wo kurz hintereinander mir wichtige Kameraden im Einsatz verstarben - es war aber jedes Mal der richtige Weg, weiterzumachen und sich in der Situation gegenseitig zu helfen."

Quelle: RP
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