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Erkelenz
Ein Stück Frankreich erleben

Erkelenz: Ein Stück Frankreich erleben
Französische Spezialitäten bietet der Markt, der gestern eröffnet wurde, noch heute und morgen in der Erkelenzer Innenstadt. Am Sonntagnachmittag öffnen zudem die Geschäfte. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Gestern eröffnete der achte Franzosenmarkt in Erkelenz. Gutes Wetter, Musik und kulinarische Spezialitäten laden am Wochenende zum Flanieren ein. Die Realschüler durften bereits die Boulebahn mit einem Turnier eröffnen. Von Johanna Küppers

Zeitlich passend zur Erscheinung des neuen Asterix-Bandes, bringt der Franzosenmarkt authentisches Ambiente nach Erkelenz. Spezialitäten aus dem Elsass, der Auvergne, aber auch aus Paris und Avignon werden an diesem Wochenende angeboten: Flammkuchen, französische Käse- und Brotsorten sowie Salze und Seife.

Es ist ein echter Spezialitätenmarkt, keines der Produkte sei deutsch, versichert Marktbeschicker Horst Brauner. Er sieht den Markt in Erkelenz nicht nur als Möglichkeit zum Verkauf von Waren, sondern als gelebte deutsch-französische Freundschaft. "Die Besucher kommen zu uns für das Flair. Sie möchten Frankreich erleben, den letzten Urlaub Revue passieren lassen und Französisch sprechen", sagt er. Diese Emotionen versuchen acht Händler, auf 15 Stände verteilt, aus den Gästen herauszukitzeln.

Mitten zwischen den Ständen ist ein grüner Kunstrasen ausgerollt - eine Boulebahn. Dort spielen die Schüler der siebten Klasse der Realschule Erkelenz. Im Doppel treten sie gegeneinander an. Die Herausforderung beim Boule liegt bei der Treffsicherheit, Fingerspitzengefühl ist gefragt. Als Belohnung bekommen sie, wie sollte es anders sein, französische Produkte, bretonische Kekse, geschenkt.

Lehrerin Martha Schrader begleitet die Schüler. Plötzlich kommt ein Junge auf sie zugelaufen und ruft aufgeregt: "Ich habe gerade auf Französisch bestellt." Er zeigt ihr sein "pain au chocolat", also ein Schokoladencroissant. Sie blickt zu ihm und hackt nach. Er beteuert, er habe es wirklich selbst bestellt. Schrader ist die Fachschaftsvorsitzende des Fachs Französisch an der Europaschule. Gemeinsam mit ihren Kollegen bietet sie den Schülern viele Möglichkeiten, die französische Kultur besser kennenzulernen. Es finden viele Tages-, aber auch Abschlussfahrten nach Paris, Brüssel oder Lüttich statt. Auch Praktikumsmöglichkeiten werden geboten. Zur Pflege der deutsch-französischen Beziehung gehört für die Schule auch der französische Markt. Immer dann, wenn der Termin nicht in die Herbstferien fällt, ist sie mit einem Infostand vertreten, an dem sie über das bilinguale Programm der Schule informieren.

Zusätzlich gibt es Kinderschminken und einen Luftballonwettbewerb. An den Ballons werden Zettel mit kleinen Botschaften befestigt, sie werden steigen gelassen, und die Schüler warten die kommenden vier Wochen auf Antworten. Der Stand wird von dem bilingualen Zweig der achten, neunten und zehnten Klasse geführt.

Morgen wird es erfahrungsgemäß noch lauter. Es wird ein bekanntes Brummen zu hören sein. Das Wetter soll gut werden, also werden sie zahlreich erscheinen - die Entenfahrer. Auf dem Johannismarkt, direkt hinter der Kirche, werden 50 Citroën-Fahrzeuge erwartet. "Entenfahrer sind Schönwetterfahrer, es könnte gut sein, dass wir weitaus mehr Besuch bekommen, als wir eigentlich erwarten", sagt Britta Becker vom Treffpunkt Citroën aus Brüggen. Den Weg finden die Fahrzeugliebhaber durch Wegmarkierungen, auf denen eine lilafarbende Ente zu sehen ist.

Am letzten Tag des französischen Marktes wird es außerdem noch ein paar weitere, regionale Stände geben. Unter anderem bieten aus Erkelenz das Restaurant Anton's, Fleischerei Röskens, Café Klinkenberg und das Bistro Julien's, Produkte im französischen Stil an. Ein Korbhändler aus Wuppertal wird auch dabei sein.

Für die perfekte französische Atmosphäre sorgt ein Akkordeonspieler, der über den Markt spaziert.

Quelle: RP
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