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Erkelenz
Eine Zählstation für Fahrräder

Erkelenz: Eine Zählstation für Fahrräder
Peter London stellt das neue Fahrradbarometer vor, das in Erkelenz an der Krefelder Straße steht. FOTO: Jürgen Laaser/Blazy (Archiv)
Erkelenz. Das Land Nordrhein-Westfalen will mehr über den Fahrradverkehr wissen, zum Beispiel wie sich Investitionen in das Fahrradwegenetz auswirken, und baut Fahrradzählstellen auf. Die erste steht in Erkelenz an der Krefelder Straße. Von Andreas Speen

Auf beiden Straßenseiten wurden Induktionsschleifen in den Fahrradweg eingebaut. Seither wird gezählt, wie viele Fahrradfahrer sich in welche Richtung bewegen. Dabei unterscheidet die Technik ganz genau, um nicht versehentlich einen Rollator oder Kinderwagen einzubeziehen.

Peter London, im Landesverkehrsministerium für den Fahrradverkehr in Nordrhein-Westfalen zuständig, stellt das von der Landesregierung erstmals eingesetzte Verfahren vor: "Geplant ist, landesweit zehn bis zwölf solcher Messstationen aufzustellen, und das nicht nur in ,fahrradfreunlichen Städten' wie in Erkelenz."

65.000 Euro hat das Land Nordrhein-Westfalen in die Zählstation für Fahrräder investiert, die in Erkelenz an der Kreuzung von Schulring und Krefelder Straße errichtet worden ist. Weitere Stationen sollen ab der zweiten Jahreshälfte verteilt über das Bundesland aufgestellt werden. 15.000 Euro aus der Summe entfallen auf das Barometer, das anzeigt, wie viele Fahrräder am Tag und im Jahr schon an dieser Stelle vorübergefahren sind. Nicht an allen Orten sollen solche Fahrradbarometer aufgestellt werden.

Denn interessiert ist die Landesregierung vor allem an den zu gewinnenden Daten. Dazu erklärt Peter London: "Seit dem Jahr 2008 gibt es die einheitliche landesweite Radwegebeschilderung, die aktuell ein Netz von rund 14.000 Kilometern umfasst, in Zukunft aber noch vergrößert werden soll. Mittels solcher Zählstationen wollen wir sehen, wie sich Investitionen in das Radwegenetz auswirken, wie viele Radfahrer unterwegs sind und wie sich eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit auf den Radverkehr auswirkt.

Deshalb sollen die Stationen auch nicht nur, wie in Erkelenz, in Städten stehen, die schon als fahrradfreundlich ausgezeichnet worden sind. Wir brauchen harte Zahlen, um zu wissen, wie wir Menschen dazu bewegen können, auf das Fahrrad umzusteigen."

Fahrzeuge werden gezählt, Bahn- und Flugpassagiere registriert, "alle im Verkehr werden bislang gezählt, nur Radfahrer nicht", erinnert Peter London. Teils geschehe das zwar auf kommunaler Ebene, wie in Düsseldorf, Münster oder Köln, nicht aber auf Landesebene. "Hiermit beginnen wir nun", erklärt der Verantwortliche für den Radverkehr beim Land NRW.

Und in Erkelenz habe sich der Standort für die Pilot-Zählstation angeboten, sagt Peter London, der Gerderather und CDU-Ratsmitglied ist, aus seinen lokalen Kenntnissen heraus: "Der Ort ist ideal, weil diese Kreuzung Schülerverkehr wie auch Einkaufs- und Alltagsverkehr hat und weil über diese Kreuzung viele Routen des touristischen Radwegenetzes kommen." Außerdem handele es sich um eine Landesstraße, was die Umsetzung der baulichen Maßnahme vereinfacht habe, und könne dort Strom von der Ampelanlage entnommen werden.

Gezählt werden Fahrradfahrer auf beiden Seiten der Krefelder Straße. Der Tageswert und der Jahreswert werden auf einem Barometer angezeigt. "Die Auswertung ist allerdings stündlich möglich", erläutert Peter London. Verkehrsreichster Tag der ersten Wochen war der 17. Dezember mit 660 gezählten Fahrrädern in Richtung Schulzentrum und mit 490 in Gegenrichtung. Der schwächste Tag war bisher der erste Weihnachtstag mit 40 Radfahrern in beide Richtungen. "Festzustellen ist schon jetzt ein an allen Tagen um 100 bis 150 höherer Wert in Richtung Schulzentrum."

Quelle: RP
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