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Erkelenz
Eine Zeitreise ins Mittelalter

Erkelenz: Eine Zeitreise ins Mittelalter
Ab ins Mittelalter: Die Mädchen und Jungen hatten in den vergangenen beiden Wochen eine Menge Spaß im evangelischen Jugendzentrum Cirkel. Einrichtungsleiterin Mona Bobrow (Mitte) hatte mit ihrem Team wieder ein tolles Programm organisiert. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Im evangelischen Jugendzentrum Cirkel in Gerderath wurde die Zeit um einige Jahrhunderte zurückgedreht. Die sechs- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen erlebten dabei viele Abenteuer. Mit dabei waren junge Flüchtlinge als Betreuer. Von Anke Backhaus

Der große Topf mit den Kartoffeln steht schon auf dem Herd. "Kocht das Wasser schon?", fragt Mona Bobrow. Die Leiterin des evangelischen Jugendzentrums Cirkel in Gerderath sieht sich in der Küche um, in der die Kinder und Jugendlichen selbst dafür sorgen, dass das Mittagessen zubereitet wird. Auf einem kleinen Wägelchen stehen schon Salat, in Streifen geschnittene Möhren und Gurken sowie Dips bereit.

Nicht nur in diesen Tagen ist eine solche Szene im Jugendzentrum normal. Jetzt ist allerdings Ferienspielzeit. Das heißt für den Nachwuchs, derzeit noch mehr Gründe zu haben, um zum Cirkel zu gehen und Freunde zu treffen. Sechs bis zwölf Jahre alt sind die Besucher gerade, ihr Motto lautet "Zeitreise - vom Hier und Heute direkt ins Mittelalter". Jedes kleine Burgfräulein hat sich edel gewandet. Sehr farbenfroh wirkt ihr Erscheinen. Die Ritter präsentieren, wie aufwändig eine Rüstung ist, um in den Kampf zu ziehen. Jeder von ihnen hat ein Schwert. In lockerer Atmosphäre lernen die Kinder, wie die Menschen vor hunderten von Jahren gelebt haben. Klar, dass die Spurensuche für die Kinder in den ersten beiden Ferienwochen besonders spannend war. Diverse Aktionen, dabei ging es unter anderem um Ausflüge, die zur Wassenberger Burg oder auch zum Haus am See in Ratheim führten, rundeten den Spaß ab.

Mittendrin sind übrigens auch junge Flüchtlinge. Zwei von ihnen sind Semyan, 20 Jahre alt, und Ehsan, ebenfalls 20. Die jungen Männer stammen aus dem Irak und Afghanistan. Mittlerweile sprechen sie schon so gut Deutsch, dass sie sich mit den Kindern und Jugendlichen gut verständigen können. "Vor etwa anderthalb Jahren sind die Flüchtlinge nach Gerderath gekommen, wo sie zunächst in der Turnhalle untergebracht waren. Ich habe sie einfach in unser offenes Angebot geholt, um über Treffen Gemeinschaft entstehen zu lassen", erklärt Cirkel-Leiterin Mona Bobrow. Und: "So besteht auch die gute Chance, die Sprache zu lernen." Ihre Idee bzw. ihr Ansatz scheint gelungen zu sein, denn Semyan und Ehsan zählen zu den regelmäßigen Besuchern, so dass die Leiterin sie in die Ferienspiele eingebunden hat. "Es ist gut, hier zu sein, weil ich hier Deutsch lerne und Menschen treffe", sagt Semyan. Mit den anderen Betreuern sitzt er zusammen an einem Tisch und spielt mit den Kindern Gesellschaftsspiele. Dabei wird viel gelacht. Das schätzt auch Ehsan. der über den Cirkel hinaus beim DRK verschiedene Aufgaben gefunden hat.

Nach den Sommerferien will Mona Bobrow beide in die regelmäßige Betreuung der jungen Cirkel-Besucher einbinden. Das, so erklärt es Mona Bobrow, sei der Beitrag des Jugendzentrums, um Begegnung auf einfache Art und Weise möglich zu machen. Dass das gelingt, haben die Ferienspiele jedenfalls gezeigt.

Quelle: RP
 
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