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Raphael Meyersieck Und Michael Frentzen
Electrisize wagt den großen Schritt

Raphael Meyersieck Und Michael Frentzen: Electrisize wagt den großen Schritt
DJ Oliver Heldens wird beim dritten Electrisize-Festival auf Hohenbusch aktiv sein. Die Organisatoren Raphael Meyersieck (l.) und Michael Frentzen versprechen ein erneut spektakuläres Event. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Raphael Meyersieck und Michael Frentzen sind die Hauptorganisatoren des Electro-Festivals, zu dem sie 8000 Besucher erwarten. Das Duo äußert sich zum Stand der Vorbereitung - und nennt auch Zahlen: Die Auflage 2015 kostet 300 000 Euro.

Am 7. und 8. August wird das altehrwürdige Haus Hohenbusch zum dritten Mal nach 2013 und 2014 zum Mekka der Electro-Musik. Dann findet dort das Electrisize-Festival 2015 statt - mit Oliver Heldens als Headliner. Der Niederländer ist ein internationaler Top-DJ, stand im vergangenen Jahr auf Platz eins der britischen Charts und gilt weltweit als einer der besten Live-DJs. Insgesamt werden an den beiden Tagen auf den drei Hauptbühnen fast 50 DJs auflegen. Hauptmacher des Festivals sind Raphael Meyersieck und Michael Frentzen von der Erkelenzer Veranstaltungsagentur KulturGarten.

Einiges wird bei der Auflage 2015 anders als bislang sein. So geht das Festival erstmals über zwei Tage, und dafür bieten Sie nun auch ein Campingticket an. Wie viele davon gibt es denn?

MEYERSIECK Wir haben Platz für rund 250 Zelte - bei zwei Personen pro Zelt werden also 500 Besucher vor Ort übernachten können. Das bedeutet schon mal Festivalstimmung total. Und für die Übernachter gibt es auch noch eine exklusive Campingbühne.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie insgesamt?

FRENTZEN Wir erwarten an beiden Tagen zusammen rund 8000 Besucher. 2014 hatten wir an dem einen Tag etwa 4000 Besucher. Der Vorverkauf läuft schon mal sehr gut, wir bekommen auch viele Anfragen aus Düsseldorf und Köln.

Wie teuer ist das Festival denn insgesamt?

MEYERSIECK Wir legen viel Wert auf die Gestaltung des Geländes durch Bühnen und Dekoration. Dadurch kommen wir insgesamt auf knapp 300 000 Euro.

Ein stolzer Betrag.

MEYERSIECK Ja. Davon entfällt allein ein Drittel auf die Künstler, etwa genauso teuer werden die Bühnen und die Technik. Die Hauptbühne wird dafür aber auch sehr große Ausmaße haben: 32 Meter breit, zwölf Meter tief und 14 Meter hoch. Die verdeckt quasi das ganze Herrenhaus.

Sie wollen also nicht kleckern, sondern klotzen.

MEYERSIECK So ist es. Auch wenn das Festival im Laufe der Jahre organisch gewachsen ist: Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich entscheiden muss, ob man klein bleiben will oder den großen Schritt wagt. Wir haben uns für Letzteres entschieden.

Können Sie angesichts dieser Dimensionen als Veranstalter überhaupt noch ruhig schlafen?

FRENTZEN Wenn die Wettervorhersage keine Gewitter für den 7./8. August meldet, dann schon. Damit wäre schon sehr viel gewonnen. MEYERSIECK Gutes Wetter wirkt sich ja auch positiv auf den Getränkeumsatz aus. Mit den Eintrittspreisen allein können wir das Festival jedenfalls nicht stemmen.

Wie sieht's denn mit Sponsoren aus?

MEYERSIECK Die Unterstützung wird jedes Jahr größer, das hilft uns sehr. Einige Sponsoren sind schon seit Jahren dabei, andere kommen jetzt dazu.

Wie viele Mitarbeiter werkeln am Festival mit?

FRENTZEN Das sind über 150 eigene Leute, dazu 50 DJs und deutlich über 100 Mitarbeiter von anderen Firmen - Ordnungskräfte, Tontechniker, Sanitäter und viele mehr.

Sie richten ja auch wieder einen Bus-Shuttle aus der Erkelenzer Innenstadt nach Hohenbusch ein. In welcher Vertaktung fährt der?

FRENTZEN Der pendelt ständig hin und her, ungefähr im 20-Minuten-Takt, und macht auch Station am Erkelenzer Bahnhof, um Besucher einzusammeln, die mit der Bahn anreisen.

Dazu veranstalten Sie zurzeit einen DJ-Contest. Die Sieger dürfen beim Festival auflegen.

FRENTZEN Ja. Unsere Idee ist, dass Electrisize dabei als eine Art Sprungbrett für weitere Auftritte dient. Als Newcomer in der DJ-Szene ist es nämlich nicht gerade leicht, Auftritte in den Clubs zu bekommen. Viele von denen haben nämlich einen sogenannten Resident- DJ, also einen Stamm-DJ. Ich erinnere mich da auch noch sehr gut an meine eigenen Anfänge. Als DJ begonnen habe ich im Katzemer Bürgersaal - da war ich 15 Jahre alt.

Apropos Anfänge: Wie war es denn eigentlich mit Electrisize losgegangen?

MEYERSIECK Quasi der Testlauf war im August 2009 im Erkelenzer Laheypark. Das war als Veranstaltung "Von Freunden für Freunde" geplant - 750 kamen dann tatsächlich. Die erste offizielle Ausgabe war im Oktober 2009 auf dem Gelände von Schloss Leerodt in Geilenkirchen. Trotz empfindlicher Kälte kamen 700 Leute. 2011 haben wir es da noch einmal veranstaltet, doch da sind wir total abgesoffen - so sehr hat's geregnet.

2012 sind Sie mit Electrisize auf den Erkelenzer Franziskanerplatz gegangen . . .

MEYERSIECK . . . ja, das war quasi das Ende der Fastenzeit dieses Festivals. Da haben wir viele im Vorfeld geäußerte Bedenken mit einer guten Organisation aus dem Weg geräumt, sind auf die Minute pünktlich um 22 Uhr in die Stadthalle umgezogen und haben am nächsten Tag den Platz wieder tippitoppi in Ordnung gebracht. Auch die Verantwortlichen der Stadt Erkelenz waren sehr zufrieden.

Eine letzte Frage noch: Was sagt eigentlich Heinz Küppers, der "Mister Hohenbusch", zu Ihrem Electro-Musik-Festival?

MEYERSIECK Er freut sich, dass wir eine neue Zielgruppe nach Hohenbusch holen. Und er hat auch gesehen, dass wir auf Hohenbusch mit allem vernünftig umgehen, nach dem Festival auch wieder ordentlich aufräumen. Er hat uns sogar gefragt, ob wir mit Electrisize in die Broschüre des Fördervereins Hohenbusch aufgenommen werden wollen. Das freut uns natürlich sehr.

MARIO EMONDS FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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