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Erkelenz
Erkelenz entdeckt seine Kunstgeschichte

Erkelenz: Erkelenz entdeckt seine Kunstgeschichte
Wie die Ausstellung in den Räumen von Haus Spiess konzipiert werden soll, erklärten Hans-Heiner Gotzen (von links), Christina Clever-Kümper, Christoph Stolzenberger und Günther Merkens. FOTO: Uwe Heldens
Erkelenz. Heimatverein und Kultur GmbH planen für März 2017 ein großes Ausstellungsprojekt in Haus Spiess. Künstler und Ateliergemeinschaften vom 18. bis zum 20. Jahrhundert werden in Originalen und Dokumenten vorgestellt. Von Angelika Hahn

Erkelenz - ein Bildhauerzentrum? Wer nun ungläubig die Stirn runzelt, soll ab 17. März 2017 mit einer vierwöchigen Ausstellung in Haus Spiess eines Besseren belehrt werden. Das Projekt "Die Erkelenzer Bildhauerei zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert", das die Kuratorin der Schau, Kunsthistorikerin Christina Clever-Kümper aus Bochum, bereits auf der Versammlung des Erkelenzer Heimatvereins vorgestellt hatte, war jetzt Thema eines Pressegespräches im Erkelenzer Rathaus, zu dem der Heimatverein und die mitveranstaltende Kultur GmbH eingeladen hatten. "Made in Erkelenz - Holz-Stein-Metall - von Heinrich Jansen bis Ursula Klügel" lautet der Titel der Schau.

Erster Beigeordneter Hans-Heiner Gotzen als Geschäftsführer der Kultur GmbH lobte den Heimatvereinsvorsitzenden Günther Merkens als "Vater der Idee". Nach den auf Einzelpersönlichkeiten wie Von Harff oder Raky bezogenen Ausstellungsprojekten gehe es, so Merkens, diesmal um eine Gruppe von Menschen, die von Erkelenz ausgehend - wo viele in Ateliergemeinschaften arbeiteten - überregionale künstlerische Impulse gaben. Und doch: "Wer weiß schon genau, wer Heinrich Jansen ist, nach dem bekanntlich auch eine Straße in der Stadt benannt ist?", lautete Merkens' rhetorische Frage. Der Bildhauer (1705-1779) setzte mit spätbarocker Kirchenkunst wie dem Altar in St. Nikolaus Brüggen Akzente, der in der Schau wie viele andere Großwerke per Foto dokumentiert werden wird. Auch eine Exkursion wird nach Brüggen gehen und an andere Orte, wo Erkelenzer Künstler Spuren hinterließen, kündigten die Vereinsvertreter schon an.

Mit Jansen beginnt die von Clever-Kümper erforschte Geschichte der Ateliers in Erkelenz, sie endet bei Ursula Klügel, der 2006 verstorbenen Schöpferin der "Appelsbell" vor dem Alten Rathaus und der "Tanzenden Möhn" auf dem Markt. Das Konzept der Schau wurde bewusst begrenzt auf verstorbene Künstler. 15 bis 20 Künstler wird die Schau präsentieren, ein Schwerpunkt liegt um 1900 auf den der Neugotik zuzurechnenden Künstlern um Peter Tillmanns, Harald Laumen und Peter Winkelnkemper, die in ihren Ateliers bis zu 40 Personen beschäftigten. Im 20. Jahrhundert setzen beispielsweise Franz-Xaver und vor allem Peter Haag, Letzterer mit etlichen Skulpturen, bis heute Akzente im Stadtbild.

Die Schau in Haus Spiess (die aufgrund der erwarteten Breitenwirkung in der Stadthalle eröffnet werden wird) soll neben einer Dokumentation der "unverrückbaren" (Groß-)Werke in Texten, Grafiken und Bildern (mit 3D-Animation) natürlich möglichst viele Originalwerke präsentieren. Auf die "Qual der Wahl" vor allem beim reichen Krippen-Schaffen, richtet sich Kuratorin Clever-Kümper jetzt schon ein. Flankierend zur Schau sind neben den schon erwähnten Exkursionen, Stadtführungen zur Kunst in Erkelenz und Vorträge geplant. Und natürlich dürfen sich die Kulturfreunde auch auf einen wissenschaftlich aufbereiteten Katalog freuen.

Im Pressegespräch stellte das Vorbereitungsteam, zu dem auch Heimatvereinsmitglied Hubert Rütten und Kulturmanager Christoph Stolzenberger gehören, schon mal ein grobes Ausstellungskonzept, bezogen auf die Räume von Haus Spiess vor. So soll den Besuchern anschaulich gemacht werden, wo sich die Ateliers befanden und wohin die Arbeit der Erkelenzer Künstler ausstrahlte, auch eine Werkstatt will Clever-Kümper in der Schau inszenieren. Man darf gespannt sein.

Quelle: RP
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