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Erkelenz
Im Kugelpanorama durch die Kirche

Erkelenz. Erste Entwürfe zum "Virtuellen Museum der verlorenen Heimat" präsentiert der Heimatverein der Erkelenzer Lande. Der Rundgang durch Keyenbergs Kirche ist von zu Hause möglich, und erhalten bleibt die Kirche auf diese Weise auch. Von Willi Spichartz

"Wie kommen Sie auf ein virtuelles Museum? Im Vorstand sitzen doch nur alte Männer." Günther Merkens als Vorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande zitierte einen Sponsor des Vereinsprojekts "Virtuelles Museum Erkelenz", der den Verein in nicht-virtuellen Zeiten verortet hatte. Merkens erheiterte mit dem Zitat die jüngste Zusammenkunft des Vereinsarbeitskreises "Virtuelles Museum", der sich wohlbegründet im Keyenberger katholischen Pfarrheim traf.

"Wir bauen ein Virtuelles Museum der verlorenen Heimat" ist ein Handzettel überschrieben, den der Heimatverein in einer Zahl hat drucken lassen, dass damit zunächst alle Haushalte in Keyenberg, Unter- und Oberwestrich sowie Berverath versorgt werden können. Denn mit der Sicherung von Informationen aller Art über diese Orte und ihre sozialen und kulturellen Ausstattungen wird das "Virtuelle Museum" begonnen, erklärte Arbeitskreis-Leiter Wolfgang Lothmann. Denn die Zeit verrinnt, die Braunkohlen bagger arbeiten schon in Sichtweite der Orte.

Die ersten Vorstellungen des "Virtuellen Museums" sind bereits im Internet zu sehen. In Keyenberg wurde eine spezielle Internetseite vorgestellt, die interaktiv das erste Einzelobjekt, die Keyenberger Kirche, in Form eines "Kugelpanoramas" vorstellt, welches der Neusser Christof Moos kreiert hat. Eine 360-Grad-Rundfahrt in alle Richtungen hat der Hobby-Entwickler über eine ganze Reihe von Fotografien mit einer Spezial-Ausrüstung gefertigt, die an zahlreichen Interieurs der Heilig-Kreuz-Kirche einblendbare Informationen per Mausklick enthält. Die Informationen dazu stammen aus dem Heimatverein-Buchs von Hans-Josef Pisters und Reiner Merkens zur Kirchengemeinde Keyenberg.

Wolfgang Lothmann referierte den Stand der Arbeiten am "Virtuellen Museum", zu dem der Arbeitskreis ein Grundgerüst erarbeitet hat, welche Informationen wie dargestellt werden sollen und können. Wert legt der Heimatverein auf eine interaktive Gestaltung, historisch-interessante Ereignisse sollen zunächst für die vom Braunkohlentagebau bedrohten Dörfer, in Folge dann für alle zur Stadt Erkelenz gehörenden Ortschaften eingestellt werden.

Die Seitennavigation soll in einer einheitlichen Gestaltung schnell ablaufen können über eine virtuelle Landkarte, der virtuellen Ortschaft aus der Vogelperspektive und den klickbaren Einzelobjekten. Und das nicht nur in Standbildern, sondern auch in Filmen und Wort- und Musikbeiträgen.

Professionelles Know-How in den Arbeitskreis bringen als Sponsoren der Mediengestalter Hans-Georg Minkenberg und Heinz-Josef Mertens als Vorstand der Kreissparkasse ein, Christof Moos leistet seine Arbeit ebenfalls gratis. Nach Wolfgang Lothmann stellt der Arbeitskreis derzeit noch die Struktur-Grundlagen auf, im nächsten Jahr geht es an die inhaltliche Arbeit.

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