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Erkelenz
Erkelenz feiert seine erste Urkunde

Fotos: 1050 Jahre Erkelenz
Fotos: 1050 Jahre Erkelenz FOTO: Stadtarchiv Erkelenz, StAErk Alt Signatur 1A/1
Erkelenz. 1050 Jahre ist es in diesem Jahr her, dass Erkelenz erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das wird am 10. September gefeiert. Von Andreas Speen

Jahreszahlen mit einer "Sechs" am Ende besitzen eine für Erkelenz nicht zu unterschätzende historische Bedeutung. Und so wird 2016 gefeiert, dass Kaiser Otto der Große 966 Erkelenz als "Herclinze" zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnte. Er bestätigte dem Aachener Marienstift damals den Güterbesitz in "Herclinze", und das Stift förderte fortan die Anfänge städtischen Lebens in Erkelenz durch die Einrichtung eines Marktes und Errichtung eines Markthauses im Schnittpunkt der Straßen von Aachen nach Krefeld und Köln nach Roermond. Für den 10. September planen die Stadt Erkelenz und der Heimatverein der Erkelenzer Lande eine Feier in der Stadthalle.

"Wir haben uns gegen ein großes Stadtfest entschieden", sagt Bürgermeister Peter Jansen. Dies passe vor dem Hintergrund der finanziellen Belastungen der Kommune nicht in die Zeit, auch gebe es in Erkelenz bereits ausreichend Großveranstaltungen: "Die Entscheidung fiel zugunsten einer großen Feier, in der wir die Historie der Stadt in den Fokus rücken." Die richtigen Partner, um diese Feier zu organisieren, seien die Mitarbeiter des Stadtarchivs und der Heimatverein der Erkelenzer Lande, "der für die Geschichte der Stadt steht, für Tradition und Fortschritt".

Vorbereitet wird ein Festabend mit Musik und drei Vorträgen. Der Cornelius-Burgh-Chor studiert Lieder des gleichnamigen Komponisten (Cornelius Burgh, * um 1590 in Köln; um 1639 in Erkelenz) ein. Die Stadtarchivarinnen Karo Meyntz und Dr. Alice Habersack werden über die Urkunden des Stadtarchivs sprechen. Dr. Claudia Kauertz von der Beratungsstelle des nordrhein-westfälischen Landesarchivs macht die "Hexenverfolgung im Erkelenzer Land" zum Thema. Und Professor Dr. Hiram Kümper von der Universität Mannheim stellt die neu bearbeitete Baux-Chronik vor. Mathias Baux war Stadtschreiber (1544-1558) und Bürgermeister (1562/63) von Erkelenz. In den Jahren seiner Stadtschreibertätigkeit legte er eine umfassende Chronik der Stadt und des Landes Geldern an, Historiker wie Kümper sprechen von einem Schatz, den Erkelenz bislang nicht gehoben habe - ein Team um den Mannheimer Professor hat sich dieser Aufgabe derzeit gestellt und will zum 10. September 2016 zwei Bücher herausgeben, einen Faksimiledruck mit Übersetzung sowie ein Kommentierungsband zur Baux-Chronik.

An den Festabend in der Stadthalle angeschlossen wird eine einwöchige Ausstellung historischer Dokumente zur Stadtgeschichte im Alten Rathaus am Markt - und dort dürfte die These belegt werden, dass Jahreszahlen mit einer "Sechs" am Ende eine für Erkelenz historische Bedeutung haben: 1326 verlieh Graf Reinald ll. von Geldern Erkelenz Stadtrechte, die Stadt wird geldrische Grenzfestung und bedeutender Handelsplatz für Korn und Flachs; 1476 erobert Karl der Kühne Erkelenz; 1546 vollendet der Steinmetz Jan von Vyrss das Rathaus am alten Markt; 1816 wurde Erkelenz preußische Kreisstadt; 1926 feierte Erkelenz nach Abzug der belgischen Besatzung sein 600-jähriges Bestehen als Stadt. Keine "Sechs" am Ende der Jahreszahl, aber auch ein Jubiläum mit Bedeutung: 1991, vor 25 Jahren, wurde bei Ausgrabungen in einer Kiesgrube bei Kückhoven ein Holzbrunnen entdeckt, der in der Jungsteinzeit vor rund 7300 Jahren aus Eichenholz gebaut worden war und somit auf eine lange Besiedlungszeit der Erkelenzer Land schließen lässt.

Quelle: RP
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