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Erkelenz
Erkelenzer Jazzfreunde kommen auf ihre Kosten

Erkelenz. "Jazz on Top" hieß es Samstagabend im Dachgeschoss der Sparkasse. Drei Bands zeigten individuelle Klasse. Von Philipp Schaffranek

Ruhig, aber mit vollem Klang startet der Bass das Stück "Blue Drag" des Russen Josef Myrow. Zart setzt die Geige ein. Szenenapplaus. Der Bass treibt das Stück währenddessen weiter voran. Das "Joscho Stephan Quartett" versteht sein Handwerk: den Gypsy Swing. Szenenapplaus gibt es für die Band oft an diesem Abend. Sie war schon international unterwegs. In Amerika, Australien, Russland hat die Band um ihren Gitarristen Joscho Stephan bereits gespielt. Jetzt war das Quartett aus Mönchengladbach in Erkelenz zu Gast.

Genauer gesagt im Veranstaltungsraum der Kreissparkasse, der sich in einen kleinen gemütlichen Jazzclub verwandelt hatte. Denn dort fand die erste Auflage von "Jazz on Top" statt. Im Hintergrund der Bühne zeigte ein großes Bild das in der Nacht beleuchtete Erkelenz von oben. Veranstalter war die Kultur GmbH der Stadt Erkelenz. Neben dem "Joscho Stephan Quartett" spielte das in der internationalen Jazzszene bekannte "Ali Claudi Trio" aus Düsseldorf. Und auch die regionale Jazzszene kam mit dem Support Act "Streetlight" aus Geilenkirchen nicht zu kurz.

Für Kulturmanager Christoph Stolzenberger steht fest, dass im nächsten Jahr wieder Zeit zum Jazzen über den Dächern von Erkelenz sein wird. Die Idee kam ihm und Fred Feiter beim Abschluss der Musiknacht 2015. Ihnen fehlte eine Veranstaltung für Jazzfreunde, die es in Erkelenz zweifellos - das zeigte die erste Auflage von "Jazz on Top" - gibt. Für Feiter gab es lobende Worte: "Das tolle an Fred ist, dass man weiß, wenn er mitmacht: Das wird auf jeden Fall etwas", sagte Stolzenberger. Und es wurde etwas. Ein Abend mit treibendem Swing, zarten Balladen, Blues, Soul, Jazz und ein bisschen Funk, dazu ein "Flying Buffet", bei dem die Jazzliebhaber ein kleines Drei-Gänge-Menü am Tisch serviert bekamen.

Joscho Stephan begeisterte mit seinem filigranen Gitarrenspiel und bekam dafür regelmäßig Szenenapplaus. Sein Quartett hatte Eigenkompositionen wie "Stop" im Repertoire, adaptierte aber auch Stücke wie "Take The A Train" von Duke Ellington und Billy Strayhorn, ein Symbol der Swing-Ära. Tänzerisch wurde es bei "Sway With Me" von Dean Martin. Immer wieder waren Solopassagen für die einzelnen Musiker eingebaut.

Mit seiner markanten Stimme sorgte Ali Claudi dafür, dass auch der Gesang an diesem Abend nicht zu kurz kam. Eine möglichst breite Mischung wollte Claudi mit seinem Trio darbieten. Das gelang, denn es gab schnellen Swing, wie "The Way You Look Tonight" und ruhige Blues-Balladen, wie "You Don't Know Me".

Für den regionalen Aspekt des Abends sorgte "Streetlight". Die fünfköpfige Band hatte den Abend bestens mit Jazz der 50er, 60er und 70er Jahre eröffnet.

Ihr Programm war umfangreich und einfallsreich. Den Klassiker "Take Five" von Paul Desmond spielten sie nicht im gewohnten fünfviertel Takt, sondern im vierviertel Takt. Dazu gab es die Ballade "Moondance" des Nordiren Van Morrison und den schnellen Calypso "St. Thomas".

Quelle: RP
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