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Erkelenz
Erste Ideen für altes Amtsgericht-Areal

Erkelenz: Erste Ideen für altes Amtsgericht-Areal
Die heutige Polizeiwache.
Erkelenz. Vorstellbar ist für das Stadtplanungsbüro Junker und Kruse beispielsweise ein Quartier mit Wohnungen und Einzelhandel. Von Andreas Speen

Es gibt gute Nachrichten für den Erkelenzer Einzelhandel. Es gibt aber auch große Aufgaben. Das sind wesentliche Aussagen einer Veranstaltung der Stadt Erkelenz, in welcher das Dortmunder Stadtplanungsbüro Junker und Kruse erste Ideen für die südliche Innenstadt, vor allem das Gelände des heutigen Amtsgerichts und der Polizeiwache, präsentierte.

Das Erkelenzer Amtsgericht soll im September das neue Gebäude am Konrad-Adenauer-Platz beziehen, die Polizeiwache schon einige Monate zuvor an die Gewerbestraße Süd übersiedeln. Seitens des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Erkelenz besteht inzwischen Einigkeit, dass das freiwerdende rund 7500 Quadratmeter große Areal gemeinsam neu vermarktet werden soll. Dass diese Fläche ein großes Potenzial besitzt, wurde am Mittwochabend von Rolf Junker erläutert, der sie einer Analyse unterzogen hatte. Auftakt zu einem Dialog war der Abend in den Räumen der Kreissparkasse Heinsberg an der Kölner Straße, den die Stadtverwaltung mit innerstädtischem Einzelhandel sowie benachbarten Eigentümern und Anwohnern in den nächsten Monaten führen möchte. Lösungsansätze für die Fläche sollen 2017 präsentiert werden.

Das bisherige Amtsgericht.

"Es ist selten, dass ich über so viele Chancen berichten kann, bei überschaubaren Risiken", stellte Rolf Junker der Potenzialanalysen-Präsentation voran. Die Fläche besitze eine exponierte Lage. Große Einzelhandelsflächen seien in der Erkelenzer Innenstadt zurzeit unterrepräsentiert. Die Innenstadt verfüge über eine vergleichsweise kleine 1A-Lage. Die vorhandenen Einzelhandelsflächen reichten für eine gesamte Warenpalette kaum aus: "Da kann Erkelenz aufstocken." Mehr als 17.000 zusätzliche Quadratmeter seien gesamtstädtisch denkbar, 12.000 davon in der Innenstadt: "Und diese zusätzliche Verkaufsfläche würde von der Bevölkerung getragen, ohne allzu große Konkurrenz zu schaffen." Textilien, Schuhe, Elektroartikel könnten hinzukommen und helfen, das bestehende Angebot zu stärken. Eine in den vergangenen Jahren in der Erkelenzer Bevölkerung gestiegene Kaufkraft komme in der positiven Bewertung hinzu. Aber: "Die Atelierstraße muss in der Entwicklung mitgeplant werden." Und: "Die Bushaltestelle auf der Kölner Straße stellt einen räumlichen Bruch in der Innenstadt und damit für Kunden dar", die zu Fuß vom Markt in Richtung der oberen Kölner Straße unterwegs seien. "Vielleicht kann man daran ein Stück weit arbeiten."

Junker und Kruse schlägt vor, auf dem freiwerdenden Gelände ein kleines Center mit innenliegender Shopping Mall zu realisieren oder ein gemischtes Wohnquartier mit kleinen Ladenlokalen im Erdgeschoss oder ein bis zu viergeschossiges Quartier mit Wohnungen in den oberen und Einzelhandel in den unteren Etagen. Die Stadt Erkelenz solle darüber diskutieren, eine Machbarkeitsstudie anschließen und einen Wettbewerb unter Investoren oder Architekten ausschreiben.

Das ehemalige Gesundheitsamt.

An der grundsätzlichen Frage, ob Erkelenz die Fläche nahe dem Bahnhof mit dem Fokus auf zusätzlichen Handel entwickeln sollte, entzündete sich keine Diskussion. Sorgen wurden aber vielfach geäußert, das neue Angebot im Rücken des künftigen Amtsgerichts könnte nicht ausreichend an die Kölner Straße und damit an den heutigen Einkaufsbereich angebunden sein. Erkelenzer Einzelhändler (Viehausen und Görtz) äußerten sich dazu ebenso wie heimische Architekten (Storms und Viethen).

"Ein Amtsgericht in 1A-Lage geht meiner Meinung nach gar nicht", sagte Christopher Viehausen, "jetzt, wo es im Bau ist, müssen wir aber schauen, dass die neue Fläche für den Einzelhandel über die Grundstücke an der oberen Kölner Straße angebunden wird." Und Sylke Görtz vom Kaufhaus Martini appellierte an die anwesenden, jedoch auch abwesenden Akteure, die zu einer belebten und für Kunden attraktiven Innenstadt beitragen könnten: "Wir dürfen uns das heute nicht nur anhören, sondern müssen handeln." Und das sei grundsätzlich nötig. Zum Beispiel habe Erkelenz Kinder und Jugendliche als Kunden vernachlässigt: "Die kaufen woanders, und mit ihnen sind die Eltern weg."

Einen Appell hatte auch Bürgermeister Peter Jansen an alle Akteure: "In eine gewachsenen Innenstadt, in der es an freien Flächen mangelt, ist ein Areal von 7500 Quadratmetern eine Riesenchance. Wir befinden uns am Auftakt eines Dialogs - bitte kommen Sie mit Ideen und Meinungen zum Thema auf uns zu, und das auf allen Kanälen."

Quelle: RP
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