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Erkelenz
Erstes klares Votum für "Familie-Harf-Haus"

Erkelenz: Erstes klares Votum für "Familie-Harf-Haus"
Bei einer Gegenstimme wird dem Hauptausschuss und Stadtrat empfohlen zu beschließen, das für Flüchtlinge bestimmte Gebäude an der Südpromenade "Familie-Harf-Haus" zu nennen und ein Türschild fertigen zu lassen. FOTO: JL (Archiv)
Erkelenz. Umbauarbeiten an der Südpromenade für das künftige zentrale Flüchtlingsheim kommen voran. Einzug soll im Januar sein. Empfehlung gegeben, das Gebäude "Familie-Harf-Haus", zu nennen. Von Andreas Speen

Unmittelbar nach dem Auszug des Jobcenters an der Südpromenade 31 ist mit dem Umbau des Gebäudes begonnen worden, so dass dort ab Januar Flüchtlinge beherbergt werden können.

Momentan werden vor dem Gebäude noch die am 27. November angelieferten Wasch- und Duschcontainer gelagert, die im Innenhof des Gebäudes aufgestellt werden sollen, sobald die Kanal- und Versorgungsanschlüsse verlegt worden sind, informierte die Hochbauamtsleiterin Ruth Ciré den Bauausschuss. Außerdem sei schon das Aufmaß für neue Brand- und Rauchschutztüren sowie die Fluchttreppenanlage aus Stahl im Innenhof genommen worden.

In der Hauptausschuss-Sitzung im November hatte das Ratsmitglied der Grünen, Hans Josef Dederichs, vorgeschlagen, dem Gebäude einen Namen zu geben. "Damit wollen wir vermeiden, dass der Volksmund vom Asylantenheim spricht", erinnerte die Vorsitzende des Sozialausschusses, Astrid Wolters, an die Beweggründe für den Vorschlag.

Den Mitgliedern dieses Ausschusses war es nun vorbehalten, erstmals über die bei der Stadtverwaltung eingereichten Namensvorschläge zu beraten. Sowohl die Bürger Hubert Rütten und Franz Thiel als auch die Grünen-Fraktion hatten vorgeschlagen, dieses Gebäude nach der Erbauerfamilie zu benennen.

Diesem Gedanken folgte der Ausschuss bei einer Gegenstimme und empfahl dem Hauptausschuss und Stadtrat zu beschließen, das Gebäude "Familie-Harf-Haus" zu nennen und ein Türschild fertigen zu lassen. In Erinnerung an diese Familie sind vor dem Gebäude auch Stolpersteine verlegt: Siegmund Harf war ein engagierter Bürger und erster gewählter jüdischer Ratsherr von 1919 bis 1924, der sich um die Stadt Erkelenz verdient gemacht hat. Das Ehepaar Harf wurde von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet.

Die in Erkelenz in diesem Jahr aufgenommenen Flüchtlinge wurden überwiegend im Übergangsheim in Neuhaus untergebracht. Des Weiteren leben bis zum Jahresende noch Familien im Bauxhof, die ab Januar zur Südpromenade umziehen.

Dort sowie in der ehemaligen Obdachlosenunterkunft, die sich ebenfalls in Neuhaus befindet, hat die Stadt Erkelenz die Räume saniert, so dass in beiden Gebäuden demnächst Asylbewerber leben können. Daneben nutzt die Stadt im ehemaligen Bürgermeisteramt in Lövenich eine Wohnung sowie die städtischen Wohnungen in Holzweiler an der Landstraße 39 und in Gerderath an der Florianstraße. Darüber hinaus konnten in diesem Jahr sieben Familien in private Wohnungen vermittelt werden.

Die Umwidmung des Obdachlosenheims und die Nutzung der anderen Wohnungen sowie des Gebäudes an der Südpromenade machten es notwendig, dass der Sozialausschuss die Satzungen anpasste. "Nur so können wir die Unterbringung der Flüchtlinge gebührenrechtlich abrechnen", hatte der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen erklärt. Damit betreibt die Stadt Erkelenz in Zukunft nur noch eine Unterkunft für Obdachlose, die in Geneiken.

Quelle: RP
 
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