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Worte Zur Woche
Es menschelt zum Wochenschluss - der eine Überraschung bietet

Erkelenz. Der Tagebau Garzweiler II und wie Erkelenz damit in Zukunft umgehen will, war das dominierende Thema der Woche. Es war richtig, dass der Braunkohlenausschuss noch einmal klar formuliert hat, dass er die Entwurfsplanung von RWE Power ablehnt, Braunkohle aus drei Himmelsrichtungen rund um das von der Umsiedlung verschonte Holzweiler abbauen zu wollen. Die Lage wie auf einer Halbinsel kann für die Dorfentwicklung nicht förderlich sein, eher dürfte das Gegenteil der Fall sein. Clever war es, auch die Thematik des Abstands zwischen Tagebau und Wohnbebauung insgesamt noch einmal aufzugreifen. Hierzu gibt es zwar klare Regelungen, was vor allem Kaulhausen, Venrath und Kückhoven betrifft, und eigentlich gehört dieses Thema damit gar nicht in das laufende Braunkohlenplanverfahren. Es darin aber noch einmal zu platzieren, war aus Sicht von Erkelenz geradezu notwendig - denn wer kann heute sagen, wie morgen in Berlin eine neue Bundesregierung gebildet wird und die sich in der Energiepolitik positioniert? Von Andreas.speen@ Rheinische-Post.de

Kritik gefallen lassen musste sich RWE auch von den Umsiedlern aus Keyenberg. Viele Grundstücke lägen unter dem Niveau der Straßen. Sie nutzbar zu machen, sei mit Kosten verbunden, die bei ihnen hängen blieben, hieß es in einer Bürgerfragestunde. Hier ist schnelle Aufklärung zu betreiben, um eine - so weit wie möglich - reibungslose Umsiedlung zu ermöglichen, und hier wurde auch die Stadt Erkelenz von Betroffenen in die Kritik einbezogen.

Lob gab es hingegen in Venrath und Kaulhausen. Die Einwohner lobten die Stadt und die beteiligten Stadtplaner aus Aachen dafür, den Dorfentwicklungsprozess in den vergangenen eineinhalb Jahren gut begleitet und moderiert zu haben. Und stellvertretend lobte Bürgermeister Peter Jansen die Einwohner, sich engagiert bei der Planung einzubringen, wie die Dörfer eine Zukunft bekommen können, obwohl der Tagebau Garzweiler II in einigen Jahren direkt an ihren Häusern vorbeiziehen wird. Dass jetzt ein Konzept vorliegt, mit dem beim Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel beantragt werden können, um anschließend die angedachten Projekte zu konkretisieren, ist tatsächlich ein sehr schönes Beispiel von breitem bürgerschaftlichen Einsatz für die Zukunft kleinerer Orte.

Eine Veränderung in der Verkehrsinfrastruktur brachte der Tagebau in dieser Woche zudem noch: Zwischen Holzweiler und Jackerath wurde gestern das verlegte Teilstück der Landstraße 19 freigegeben. Der Berufsverkehr kann sich ab Montag auf neue Wege begeben, muss es bis Ende 2018 aber noch nicht.

Veränderungen strebt auch der Naturpark Schwalm-Nette an. Prüfen lassen will der, ob ein anderer Name überregional mehr Touristen erreichen könnte. Das Ergebnis darf mit Spannung erwartet werden. Die einen glauben, ein gelernter und im Markt etablierter Name sollte nicht verändert werden. Andere sehen in einem neuen, umfassenderen Begriff eine Chance, unsere wunderbare Natur bundesweit besser vermarkten zu können. Zum Schluss der Woche lassen es die Städte menscheln. In Erkelenz, Hückelhoven und Wegberg öffnen die großen Adventsmärkte. Es ist schön, dass es sie gibt und dass sich wieder viele Menschen gefunden haben, die sich dafür engagieren.

Und dann teilte Landtagsabgeordneter Thomas Schnelle gestern Nachmittag noch eine "langersehnte" Überraschung mit: "2018 ist endlich Baubeginn der L 364 n als Ortsumgehung Hückelhoven."

Quelle: RP
 
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