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Erkelenz
"Evanthologischer Abend" über großen Reformator

Erkelenz. Michael Mommartz frei nach Luther: "Ich stehe hier und trink mein Bier. Gottes Reich kommt von ganz alleine."

Warum bis 2017 warten, wenn 500 Jahre Reformation gefeiert wird, wenn es die Informationen rund um Martin Luther und seine Bedeutung schon ein Jahr früher geben kann? Das fragte sich Michael Mommartz. Der Religions- und Sonderschullehrer aus Rath-Anhoven hat ein informatives und humorvolles Programm vorbereitet, in dem er "zu 95 Prozent" wichtige biographische Fakten und Luthers 95 Thesen in - selbstverständlich - 95 Minuten verarbeitet hat. Unter dem Titel "Mensch-Mönch-Mannomann" feierte er die Premiere seines Luther-Kabaretts in der Evangelischen Kirche am Martin-Luther-Platz in Erkelenz vor einer Zuhörerschar, "die es üblicherweise nur bei den Weihnachtsgottesdiensten" gibt.

Musikalisch begleitet von Anette Latour, präsentierte Mommartz von der Kanzel Bekanntes, Erstaunliches, Humorvolles aus dem Leben des Theologen und aus den Folgen des Wirkens. Er versprach einen "evanthologischen Abend", was er daraus herleitete, dass Luther 23 Jahre lang katholisch und 25 Jahre lang evangelisch gewesen sei.

Chronologisch war das Programm aufgebaut, beginnend mit der Geburt des Theologen als Martin Luder und endend mit Luthers "Wiedergeburt" als Martin Luther King. Bei allem feinsinnigen Humor zeigte Mommartz durchaus kritisch auch die Schattenseite des Reformators, besonders bei dessen Haltung gegenüber dem Judentum. Die Fülle der Informationen war atemberaubend, die mit einem Augenzwinkern vorgetragene Schlussfolgerung nicht immer zwingend. So ist es für Mommartz klar, das Luther "schuld" ist an der Rivalität zwischen FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Schalke ist evangelisch, weil er mit Spielern aus dem evangelisch geprägten Masuren groß wurde, Dortmund hingehen katholisch, weil der BVB aus einem katholischen Jugendverein entstand.

Versöhnliche Worte zum Abschluss: "Was wollen wir am Reformationstag im nächsten Jahr feiern?", Mommartz antwortete sich selbst: "Wir feiern nicht die Trennung. Wir wollen betonen, wie wichtig Reformen sind. Hin und wieder braucht die Kirche Freiheiten und Veränderungen."

Das Fazit von Mommartz, das durchaus ganz im Sinne von Luther sein könnte: "Ich stehe hier und trink mein Bier. Gottes Reich kommt von ganz alleine." Die Aufforderung zum Bier nahm Pfarrer Günter Wild gerne auf. Er lud die begeisterten Besucher, die lange Beifall klatschten, zum gemeinsamen Abschlussbier ins Jugendzentrum ein.

(kl)
 
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