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Erkelenz
Exzellentes Spiel mit Filigranarbeit

Erkelenz: Exzellentes Spiel mit Filigranarbeit
Virtuos, exzellent und reizvoll: Das Trio Pascal überzeugte beim Meisterkonzert. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Zum fünften Meisterkonzert gastierte das Trio Pascal in der Stadthalle Erkelenz. Die Interpreten überzeugten mit Einfühlungsvermögen und Präzision. Von Angela Wilms-Adrians

Vielleicht noch durchnässt vom niederrheinischen Nieselregen mochten die Konzertbesucher in der Stadthalle umso empfänglicher für das Hesse-Zitat im Programmheft zum Konzert des Trio Pascal gewesen sein. "Wie Tropfen goldenen Lichts fielen die Töne in die Stille ..." hatten Johanna Pichlmair, David Kindt und Helge Aurich den Abend überschrieben. Neben bekannten Größen wie Carl Maria von Weber, Johannes Brahms und Béla Bartok stellten sie mit Max Bruch einen Komponisten vor, dessen Klangsprache allmählich wiederentdeckt wird.

Im exzellenten Spiel mit Filigranarbeit sowie bestens temperierter Dramatik lösten die Interpreten das Versprechen ein, das sie mit dem Hesse-Zitat gegeben hatten. Zu Bruch und Bartók stellten sie sich mit Violine, Klarinette und Klavier als Trio vor, während die mittig platzierten Werke wechselnden Duoformationen vorbehalten waren. Der sich dadurch ergebende musikalische Rahmen wurde vertieft, da sich sowohl Bruch als auch Bartók der Volksmusik verbunden fühlten. Wie unterschiedlich eine solche Verarbeitung sein kann, kristallisierten die Musiker in hinreißender Gestaltungsfreude brillant heraus.

In den fünf ausgewählten Sätzen aus Bruchs "Acht Stücken opus 83" hatte der Pianist den begleitenden Part, und doch gestaltete Helge Aurich mit ausgefeilter Anschlagskunst konzentriert feinste Nuancen. Violinistin Pichlmair und Klarinettist David Kindt ergänzten mit feinsinnigem Spiel. Das Andante über eine rumänische Melodie mutete sanft erzählend an und strahlte in der einfühlsam ausgeloteten Instrumentierung ein reizvolles Kolorit aus. Den abschließenden raschen Satz entwickelte das Trio im spritzig frischen Spiel. Hier war Anmut mit Witz und Leichtigkeit gepaart.

Beinahe übermütig und bravourös in der Durchführung eröffneten Kindt und Aurich Webers "Grand Duo Concertant Es-Dur opus 48". Leichtfüßig anmutende Momente kontrastierten sie mit nachsinnenden Momenten. Auf den Punkt gelang das komplex verwobene Geflecht der rasanten Sequenzen im Verbund von Virtuosität und Präzision. Fein kontrastierten Klavier und Klarinette den langsamen zweiten Satz mit dem Allegro con fuoco, um bis ins feinste Pianissimo abzustufen. Pichlmair zeigte sich in der Brahms-Sonate ebenso ausdrucksstark im weich singenden Legato, in expressiven Steigerungen und zündendem Finale des Presto agitato. Wieder zum Trio vereint, schlossen die Interpreten mit Bartóks "Kontraste SZ 111". Zuvor berichtete David Kindt, dass Bartók das Werk im Auftrag des amerikanischen Jazzmusikers Benny Goodman komponiert hatte. Noch einmal beeindruckte das Trio zu quirligen und aufflammenden Folgen, gestaltete spannungsreich mit scharfen Kontrasten. Für den Beifall dankten sie mit der Zugabe eines sanften Präludiums von Schostakowitsch. Zuvor gab der Pianist den Besuchern mit auf den Weg: "Damit sie ruhiger nach Hause gehen können."

Quelle: RP
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