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Interview mit Marianne Küster-Eßer
Fast 20 Jahre Jugendrotkreuz-Leiterin

Interview mit Marianne Küster-Eßer: Fast 20 Jahre Jugendrotkreuz-Leiterin
Marianne Küster-Eßer war seit 1997 beinahe durchgehend Kreisleiterin des Jugendrotkreuzes im DRK-Kreisverband Heinsberg. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Die Jugendrotkreuz-Leitung im Kreis Heinsberg hat die Aufgaben umverteilt. Der neue Leiter Carsten Kohnen übernimmt den Sanitätsdienst, Martin Reimann die Gruppenleiter und Marianne Küster-Eßer die Zeltlager und das Teddybären-Krankenhaus.

Marianne Küster-Eßer war seit 1997 beinahe durchgehend als Kreisleiterin des Jugendrotkreuzes (JRK) im Kreisverband Heinsberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) engagiert. Die vielfältigen Aufgaben hat sie ehrenamtlich neben ihrem Beruf erfüllt. Jüngst hat sie die führende Position an Carsten Kohnen übergeben und ist als eine von zwei Stellvertretern in die zweite Reihe gerückt. Im Interview erzählt sie über ihre Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, die ihr sehr viel Spaß macht.

Welche Aufgaben haben Sie in der Zeit als Kreisleiterin übernommen?

Küster-Eßer Immer sehe ich mich als Sprecherin der Kinder, um das, was sie wollen, durchzusetzen. Ich frage regelmäßig in den Gruppen nach, was sie machen möchten - die Themen der Zeltlager etwa werden von den Kindern festgelegt. Um 1997 war noch nicht so ein Überangebot an Veranstaltungen für Kinder oder Ganztagsbetreuung. Da hatten wir acht Ortsgruppen, die sehr stark waren. Wir bekamen 120 Kinder nur aus den Gruppen ins Zeltlager. Meine Aufgabe war es auch, die Gruppen zu koordinieren. Und ich habe teilweise mit dem DRK geschlichtet. Später kam der Schulsanitätsdienst dazu. Es fing mit der Aktion 'Die kleinen Helfer' in den Grundschulen an, bei der die Schüler gelbe Westen bekamen. Sie konnten Pflästerchen kleben und Ähnliches. Das Teddybärkrankenhaus fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Beantragung und Durchführung von Teamveranstaltungen und -fortbildungen kommen dazu. Selber unterrichte ich Gruppenleiter im Koch- und Bastelbereich. Außer erster Hilfe gibt es viele Sachen, die man in den Gruppen machen kann.

Wie haben Sie die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen empfunden?

Küster-Eßer Ich habe sie immer als sehr entspannend empfunden. Manche sind es nicht gewohnt, Gesellschaftsspiele zu Ende zu bringen. Wenn man dann Kinder hat, mit denen man es immer wieder versucht und man kommt bis zum Ende, macht das Spaß. Die Durchführung der Zeltlager ist ein Balance-Akt, der auch viel Kraft kostet, aber nach außen nicht sichtbar sein soll. Man muss hören, was die Gruppenleiter und die Kinder möchten und es zusammenkriegen, so dass beide zufrieden sind. Es sind immerhin vier Tage, die man gemeinsam verlebt. Und dann kommt der große Altersunterschied dazu: Die Kinder sind sechs bis zwölf Jahre und die Gruppenleiter 16 bis 27 Jahre alt, wobei sie in Führungspositionen älter sein können. Ab 16 Jahren dürfen sie in das DRK und parallel in beiden Organisationen bleiben. Ich habe jetzt schon ganz viele Anfragen für das nächste Zeltlager, das im Sommer stattfinden wird.

Welche sind die wichtigsten Werte, die vermittelt werden?

Küster-Eßer Dass jeder Mensch gleich ist und wir keinen Unterschied nach Konfession, Einkommen, Herkunft oder Geschlecht machen, ist einer unserer wichtigsten Grundsätze. Darauf legen wir sehr viel Wert. Und ich glaube, dass das Thema durch die Flüchtlingssituation aktueller denn je ist. Zusammen stark zu sein, ist ein weiterer Aspekt. Ebenso um Hilfe fragen zu können und mit offenen Armen empfangen zu werden.

Ist ein Engagement in JRK oder DRK für das Berufsleben nützlich?

Küster-Eßer Wir stellen Bescheinigungen aus, wenn man als Gruppenleiter oder Mitglied des JRK bei uns viele Jahre tätig ist. Dieser soziale Fakt kommt sehr gut bei Arbeitgebern an. Das ist für einige, die studieren wollen, ganz wichtig.

Seit wann sind Sie DRK-Mitglied?

Küster-Eßer Seit 1997, als Feldköchin, Gruppenführerin Betreuung und Sanitätshelferin. Bezüglich der JRK-Kreisleitung musste nach den ganzen Jahren ein Wechsel her. Das Problem ist, jemanden zu finden, der es adäquat in die Hand nimmt.

Wie wird die Arbeit der JRK-Leitung in Zukunft aussehen?

Küster-Eßer Wir haben die Aufgaben aufgeteilt. Der neue Kreisleiter Carsten Kohnen übernimmt den Bereich Sanitätsdienst. Martin Reimann ist für die Betreuung der Gruppenleiter zuständig, während ich nach wie vor Zeltlager und Teddybären-Krankenhaus durchführe. Zudem haben wir in Ausblick gestellt, dass wir eine Kinderbetreuung bei Blutspende-Terminen einführen möchten.

NICOLE PETERS FÜHRTE DAS INTER-VIEW.

Quelle: RP
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