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Erkelenz
Feuchte Premiere beim Rudelgucken

So lief das erste Public Viewing in Erkelenz
So lief das erste Public Viewing in Erkelenz FOTO: Joerg Knappe
Erkelenz. 300 Besucher kamen Sonntag zum Public Viewing auf den Markt, verfolgten das deutsche Eröffnungsspiel gegen die Ukraine auf der dort für vier Wochen stehenden LED-Leinwand. Aufregung gab es nach dem Spiel. Von Mario Emonds

"Döp, döp, döp" - um exakt 21.20 Uhr beschallt ein speziell bei Fans von Borussia Mönchengladbach überaus beliebter Klang den Erkelenzer Marktplatz. Es ist das Torjingle der Borussia aus Scooters Song "Maria" - und das kommt nun eben auch in diesem Moment zum Einsatz. Denn soeben hat Shkodran Mustafi das 1:0 für Deutschland gegen die Ukraine erzielt. Rund 300 Besucher, die trotz des sehr regnerischen Wetters gekommen sind, freuen sich mit.

"Die Polizei hat soeben gesagt, dass wir heute Abend im Kreis Heinsberg das Public Viewing mit den meisten Zuschauern sind", stellt Moderator Dominik Mercks von der Kultur Garten GmbH auf der Bühne zufrieden fest - die Polizei ist an diesem Abend bei allen größeren Rudelguck-Veranstaltungen im Kreisgebiet dabei.

Hier gibt es Bilder vom Public Viewing am Erkelenzer Markt.

Mit dem Besuch bei dieser Premiere (bislang gab es auf dem Markt Rudelgucken nur während des Lambertusmarkts) zeigt sich Mercks zufrieden: "Angesichts der Witterung ist das doch eine ordentliche Resonanz." Was auffällt: Der Großteil der Besucher ist relativ jung - Ältere haben sich wohl doch vom Regen abschrecken lassen.

Einer, der diesem getrotzt hat, ist der Erkelenzer Sven Regn - bei dem Namen im Grunde ja auch eine Selbstverständlichkeit. "Ehrlich gesagt wäre ich aber zuhause geblieben, hätte das Spiel auf dem Sofa verfolgt. Meine Freundin hat mich dann aber überredet, zusammen auf den Markt zu gehen", räumt er ein - quasi verkehrte Welt im Hause Regn. "Im Rudel zu gucken, macht ja aber auch mehr Spaß. Am liebsten habe ich das immer an der Kölner Lanxess Arena gemacht. Doch da gibt's ja leider kein Public Viewing mehr", führt er aus.

Ein Vertreter der "Mittelalter-Generation" auf dem Markt ist Carsten Intorp. Was ihn hierher verschlagen habe? "Nun, ich gehöre zu den Sponsoren. Ich wollte daher mal gucken, wie das hier so läuft", antwortet er schmunzelnd.

"Insgesamt haben wir zwölf Sponsoren", erläutert Mercks. Die sind auch nötig, denn am Umsatz der auf dem Markt aufgebauten Buden partizipieren die Veranstalter nicht - den Verkauf von Bier, Softgetränken und Cocktails haben ortsansässige Gastronomen übernommen. Bezahlt werden muss aber die Miete für die LED-Leinwand, die schräg links gegenüber vom Alten Rathaus für vier Wochen fest installiert ist. "Da stört sie am wenigsten, nimmt nur drei Parkplätze weg", sagt Mercks - und schiebt grinsend nach: "Die haben wir von einer Firma aus Sittard gemietet. In den Niederlanden ist die Nachfrage nach Leinwänden zurzeit nicht so groß" - die Holländer sind bei der EM bekanntlich nicht dabei.

Über mehr Beschäftigung würden sich derweil Vorsitzender Bernd Kempe und seine Mitstreiter vom SC 09 Erkelenz an ihrem Infostand unter den Rathausarkaden freuen. Dort wirbt der Sportclub für sein Kunstrasenprojekt "HerzRasen", für das er im nächsten halben Jahr tüchtig Spenden sammeln muss. "Heute ist dafür aber auch nicht so das richtige Publikum da. Wir hoffen auf die nächsten Spiele", sagt Kempe - und freut sich dann kräftig über Bastian Schweinsteigers 2:0 in der Nachspielzeit.

Ein deutscher Sieg zum Auftakt - Friede, Freude, Eierkuchen also? Nicht ganz. Kurz nach dem Abpfiff herrscht auf dem Markt plötzlich Aufregung, gibt's unter einigen Heißspornen Rangeleien, hitzige Wortgefechte. Dass die Lage sich relativ schnell wieder beruhigt, liegt weniger an der Polizei, die sich im Hintergrund hält, als vielmehr an den resoluten Sicherheitskräften des Veranstalters - unschöner Abschluss eines bis dahin sehr harmonischen Abends.

Quelle: RP
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