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Erkelenz
Flüchtlinge in Lövenich angekommen

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Erkelenz. Die Arbeit ist angelaufen: In zwei Unterkünften leben 150 Flüchtlinge, die in der Nacht zu Dienstag angekommen sind. Die Stadt Erkelenz betreibt die Heime im Auftrag des Landes NRW. Unterstützt wird sie dabei vom Verein ZOF. Von Andreas Speen

Gegen Mitternacht sind gestern die ersten Flüchtlinge in Lövenich angekommen. Dort hatte die Stadt Erkelenz in den vorangegangenen acht Tagen für das Land Nordrhein-Westfalen zwei Unterkünfte hergerichtet, weil die Kapazitäten in den landeseigenen Erstaufnahmestätten ausgeschöpft sind. Die Bezirksregierung hatte um Amtshilfe gebeten, und die Stadtverwaltung hatte am Montag pünktlich dorthin zurückmelden können: Erkelenz ist vorbereitet.

FOTO: dpa(CDU (Archiv)

In der Nacht zum Dienstag waren schließlich die erwarteten Busse mit rund 150 Menschen angekommen. Bis zu deren Ankunft hatte die Stadt Erkelenz nicht gewusst, wer kommt. Sie hatte sich auf vieles eingestellt, doch hatte der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen zuvor erklärt: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir in nächster Zeit viel spontan werden regeln müssen." Und so war es schon in der ersten Nacht gekommen. Die Stadt Erkelenz und der Verein ZOF, der sie bei der Betreuung der Flüchtlinge unterstützt, hatten die Busse für Montagnachmittag erwartet und darauf den weiteren Ablauf aufgebaut. Der für die Unterkünfte engagierte Caterer hatte Lunchpakete angeliefert. Die Ankömmlinge sollten Zeit zum Essen und Ausruhen bekommen. Danach war geplant, sie namentlich und mit einem Foto zu registrieren. Folgen sollte die medizinische Erstuntersuchung. Die späte Ankunft änderte die Pläne. Bürgermeister Peter Jansen war vor Ort und berichtete, dass in der Nacht zu gestern lediglich die Lunch- und Hygienepakete verteilt wurden: "Danach sind erst mal alle in die Betten gegangen. Teils waren die Menschen 17 Stunden auf den Beinen, bis sie bei uns waren." Angekommen waren Familien, junge und alte Menschen, Alleinstehende, Kinder, Schwangere - sie stammen unter anderem aus Syrien, Aserbaidschan, dem Irak und Mazedonien.

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Zimmer für Zimmer wurden die Flüchtlinge dann bis gestern Mittag registriert und untersucht. 20 Mitarbeiter der Stadtverwaltung, zusammengezogen aus allen Abteilungen, Mitarbeiter des Vereins ZOF sowie sieben Ärzte waren im Einsatz. Diese kamen vom Erkelenzer Krankenhaus und Kreisgesundheitsamt und sind freie Ärzte gewesen, die von der Kassenärztlichen Vereinigung an die Stadtverwaltung vermittelt worden waren. "In beiden Unterkünften in Lövenich haben wir Ärztezimmer eingerichtet, so dass dort die Erstuntersuchungen erfolgen können", berichtete Gotzen. Weitere Untersuchungen und Impfungen sollen in den nächsten Tagen folgen, unter anderem im Hermann-Josef-Krankenhaus.

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In den nächsten Tagen geht das Programm für die Flüchtlinge direkt weiter. "Sie sollen alle nacheinander zur Zentralstelle der Ausländerbehörde gebracht werden, wo für die Flüchtlinge die Asylverfahren offiziell gestartet werden", blickte Gotzen kurz nach vorne - zunächst einmal galt es für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Vereins ZOF und für die Ärzte allerdings, den 150 Menschen das Ankommen in Lövenich zu ermöglichen, wo zwei Landwirte bis März ihre Unterkünfte zur Verfügung stellen, die sie sonst für Saisonkräfte nutzen.

Nach dem Wechsel der ersten 150 Flüchtlinge in dauerhafte Asylunterbringungen wird die Stadt Erkelenz die Plätze wieder aufgefüllt bekommen. Es gibt keine Prognosen, wie lange die Menschen jeweils in Lövenich bleiben.

Quelle: RP
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