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Erkelenz/Kerpen
Flüchtlinge nicht in Tagebauorte

Borschemich: Ein Dorf stirbt für den Tagebau
Borschemich: Ein Dorf stirbt für den Tagebau FOTO: Laaser, Jürgen
Erkelenz/Kerpen. Flüchtlinge in Dörfern unterzubringen, aus denen die Einwohner wegziehen müssen, weil diese Orte für den Braunkohlentagebau abgebaggert werden sollen, will der Erkelenzer Bürgermeister nicht. Für diesen Weg hatte sich jetzt die Stadt Kerpen vor dem Hintergrund des anhaltend starken Flüchtlingszustroms entschieden.

Sie hat laut der Agentur dpa in Absprache mit dem Bürgerbeirat im dortigen Umsiedlungsort Manheim Häuser von RWE angemietet, in denen Flüchtlingsfamilien befristet bis zum August 2016 untergebracht werden.

"Ist es richtig, Flüchtlinge in solchen sterbenden Dörfern unterzubringen? Ich finde nicht, weil dort keine Integration dieser Menschen erfolgen kann. Das kann nur in intakten Nachbarschaften gelingen", erklärt Peter Jansen auf Nachfrage der RP. Erkelenz sei derzeit noch in der glücklichen Lage, die Flüchtlinge unterbringen zu können. Zu einem Drittel sogar in privatem Wohnraum. "Für mich ist es keine Option, Asylbewerber in Borschemich oder Immerath unterzubringen, wo in dem einen Dorf die Bagger von RWE doch fast schon in der Ortsmitte stehen und in dem anderen Ort auch schon die Gebäude abgerissen werden."

(spe)
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