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Worte zur Woche
Flüchtlingsrat - ein wichtiges Vorhaben

Erkelenz. Allein der gestrige Tag bestätigt das Vorhaben der katholischen und evangelischen Kirche, die mit Caritas, Diakonie und dem Büro der Regionaldekane für den Kreis Heinsberg einen Flüchtlingsrat gründen und darüber die Interessen der Asylsuchenden und der vielen ehrenamtlich Helfenden artikulieren wollen. Zu erwarten ist eine im Kreis Heinsberg wichtige Stimme, eine Stimme, die von Woche zu Woche notwendiger wird. Gestern noch einmal mehr, weil die zehn Kommunen sowie der Kreis Heinsberg von der Bezirksregierung Köln aufgefordert wurden, kurzfristig zusätzliche 770 Flüchtlinge aufzunehmen.

Dabei hatte schon die Anzahl der bis jetzt aufgenommenen Asylsuchenden dem Vorhaben, einen Flüchtlingsrat zu bilden, recht gegeben. In Erkelenz zum Beispiel leben 350 Flüchtlinge, die von der Stadt untergebracht werden, sowie rund 200, die seit dieser Woche vom Kreis Heinsberg aufgrund eines Amtshilfeersuchens der Bezirksregierung vorübergehend in den Sporthallen des Berufskollegs beherbergt werden, sowie weitere 150 Asylbewerber, die wiederum von der Stadt untergebracht werden, weil die Bezirksregierung sie vor zwei Monaten darum gebeten hatte. Nach der gestrigen Ankündigung aus Köln könnten noch einmal 70 Menschen hinzukommen. Oder das kleinere Wassenberg, das 190 Menschen eine Bleibe bietet und vielleicht bald 70 weiteren. Oder Wegberg, wo Stadt, Kreis und Land Flüchtlinge unterbringen, teils dezentral, jetzt aber immer mehr in der ehemaligen britischen Militärsiedlung nahe Wildenrath.

Es fällt nicht leicht, den Überblick zu behalten. Und für die Verantwortlichen wird es immer schwerer, ist zu spüren, nicht in Hektik zu verfallen. Und es ist auch nicht zu erahnen, wie viele Flüchtlinge noch Hilfe benötigen. Von einer "krisenhaften Zuspitzung der Anzahl neu ankommender Flüchtlinge im Land" hatte die Bezirksregierung erst zum Wochenstart an den Kreis Heinsberg geschrieben. Der geplante Flüchtlingsrat für den Kreis Heinsberg ist deshalb so wichtig, weil er die Rolle einnehmen kann, die helfenden Hände aus vor allem dem Ehrenamt und deren Belange zu bündeln sowie das von ihnen von Flüchtlingen Gehörte und Erfahrene mit einer Stimme zum Beispiel gegenüber Kommunen und Politik zu kommunizieren.

andreas.speen@rheinische-post.de

Quelle: RP
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