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Erkelenz
Fragen und Sorgen der Menschen zu Brexit und EU diskutiert

Erkelenz. Der junge Verein "Erkelenz international - Verein für Städtepartnerschaften" hatte ins Evangelische Gemeindezentrum an der Mühlenstraße eingeladen. Von Philipp Schaffranek

Noch ist unklar, wie der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, der sogenannte Brexit, ablaufen wird. In der Wirtschaft und auf dem Finanzmarkt ist die Unsicherheit spürbar. Doch welche Folgen der Austritt der Briten für die Menschen im Kreis Heinsberg haben wird, lässt sich nicht sagen. Trotzdem haben die Menschen hier Fragen und Sorgen, die sich nicht nur auf den Brexit, sondern auch auf die Entwicklung der Politik und die EU beziehen.

Das wurde bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung "Brexit - Was nun?" des Vereins "Erkelenz international - Verein für Städtepartnerschaften" im Evangelischen Gemeindezentrum an der Mühlenstraße spürbar. Es war die erste politische Veranstaltung des noch jungen Vereins, der Städtepartnerschaften pflegen will und gleichzeitig europapolitische Themen diskutieren möchte. Mit Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, und dem Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion und deren europapolitischer Sprecher, wurde lebhaft diskutiert. Den Abend moderierte Kurt Lehmkuhl.

Der Moderator wollte zum Einstieg wissen, für wie wahrscheinlich die beiden Experten die Umsetzung des Votums halten. Denn das Ergebnis ist für das britische Parlament nicht bindend und noch hat es keinen Austrittsantrag gestellt. "Die Wahrscheinlichkeit, dass der Brexit nicht eintritt, sehe ich bei null Prozent", sagte Pennartz. Engstfeld pflichtete ihm bei: "Brexit ist Brexit. Das wird so kommen." Dann ging es um die Folgen des Austritts. Es könnte einen Dominoeffekt geben, denn auch in den Niederlanden und in Ungarn wird demnächst über den Verbleib in der EU abgestimmt. "Verheerend", bezeichnete Engstfeld dieses Szenario. In Bezug auf die Wirtschaft sagte Pennartz: "Deutsches Ziel kann es nicht sein, dass das Wirtschaftssystem Europas kaputtgeht." Deutschland profitiere durch die vernetzte Wirtschaft. Weil die Austrittsverhandlungen aus Sicht der Experten lange dauern werden, könnten konkrete Auswirkungen noch nicht benannt werden. Nur in der Wirtschaft ist laut Pennartz eine "Unruhe von Investoren" erkennbar, als Reflex auf die Unsicherheit.

Die Zuhörer fragten, warum es zu diesem Ergebnis kam. Eine Zuhörerin kritisierte die Politik: "Der Wirtschaft muss es gut gehen und den Banken muss es gut gehen. Das Herz geht verloren." Die Menschen dürften nicht vergessen werden. Ein anderer fügte bei, es gehe nur noch um Machtinteressen. Pennartz stimmte zu, dass viel Vertrauen verlorengegangen sei, das zurückgewonnen werden müsse. Und Engstfeld konnte das Gefühl vieler nachvollziehen, nicht mehr gehört zu werden. Er forderte deswegen mehr Transparenz.

Quelle: RP
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