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Erkelenz
Franziskus-Schule baut Beratungszentrum auf

Erkelenz. Die Grundschule zählt zu den 25 Schulen in NRW, die erarbeiten werden, wie begabte Schüler gefördert werden können. Von Andreas Speen

25 Schulen in Nordrhein-Westfalen bauen ab dem jetzt beginnenden Schuljahr "Beratungszentren für Begabtenförderung" auf - die Franziskus-Schule aus Erkelenz gehört dazu. In einem zweijährigen, von Wissenschaftlern begleiteten Prozess sollen die insgesamt 15 Grundschulen, acht Gymnasien und jeweils eine Gesamt- und Gemeinschaftsschule erarbeiten, wie künftig auch andere Schulen teil-, besonders sowie hochbegabte Kinder fördern können. Danach sollen sie Lehrer und Eltern beraten können. Nicht geplant ist, dass an diesen 25 Zentren in Zukunft besonders begabte Schüler gebündelt unterrichtet werden.

"Das nordrhein-westfälische Schulministerium setzt bei der Begabtenförderung bereits in Grundschulen an, nicht erst an den Gymnasien, wie beispielsweise Bayern", erläutert Hedwig Michalski, Leiterin der Franziskus-Schule. Darin spiegelt sich für Michalski die Erfahrung wider, dass sich nicht alle begabten Kindern von allein entwickeln. Entsprechend sei das Netzwerk zusammengesetzt worden, in dem Erkelenz eine regionale Einheit mit einer Grundschule aus Düsseldorf sowie Gymnasien aus Alsdorf und Düsseldorf bildet. "Wir Schulen werden in den kommenden zwei Jahren unsere Begabtenförderkonzepte weiterschreiben. Uns begleiten dabei die Universität und die Fachhochschule Münster", erklärt Michalski, deren Schule bereits in den vergangenen vier Jahren an einem Begabtenprogramm teilgenommen hatte und auf bestehende Konzepte aufbauen kann: "Idee in NRW ist es, die Begabtenförderung in die Inklusionsagenda einzubinden, dabei nicht nur auf die hochbegabten, sondern auch die teilbegabten Kinder zu blicken. Dies kommt unserer Schule, die das schon praktiziert, sehr entgegen, dass sowohl nach oben als auch nach unter individuell gefördert werden soll."

Anreiz für die Franziskus-Schule in Erkelenz und Houverath, sich in dem Netzwerk der "Beratungszentren für Begabtenförderung" zu engagieren, ist Michalski zufolge die wissenschaftliche Begleitung: "So bekommen wir die neuen Erkenntnisse der Begabtenförderung mit." Vor zehn Jahren habe es zum Beispiel die personenorientierte Begabtenförderung noch nicht gegeben, heute bilde sie die Basis der Arbeit. Hedwig Michalski nennt dazu drei Grundpfeiler der Begabtenförderung, die ihrer Schule wichtig und in deren Gesamtkonzept eingebunden seien: "Wir wollen hochbegabten Kindern neue Interessensmöglichkeiten eröffnen, demnächst bieten wir unter anderem wieder einen Schüleraustausch an. Wir trainieren mit den Kindern Lern- und Methodenstrategien, weil die reinen Lerninhalte der Grundschule für Hochbegabte oft keine Herausforderung darstellen. Und zudem entwickeln Hochbegabte eigenständige Projekte. Dafür müssen wir uns die kleinen Menschen ganz genau anschauen", beschreibt die Schulleiterin, "davon profitieren letztlich alle Schüler." In dem jetzt startenden Schuljahr will Hedwig Michalski, für die "pädagogische Projekte auf dauerhafte Entwicklungen angelegt sind", das individuelle Hinschauen bei den Schülern insgesamt noch einmal stärken. Auf das Helfen in Eins-zu-Eins-Situationen, das Lerncoaching, wolle die Franziskus-Schule einen Fokus legen. Profitieren sollen davon wiederum besonders begabte Schüler wie gleichermaßen Schüler mit Förderbedarf - eben alle Schüler.

Quelle: RP
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