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Erkelenz
Frauenaktion: tanzend gegen Gewalt

Erkelenz: Frauenaktion: tanzend gegen Gewalt
Mitglieder der Erkelenzer Frauen Aktion (EFA) animierten unter Leitung von Ute Eschweiler gestern Nachmittag auch Passanten auf dem Erkelenzer Markt zum spontanen Mittanzen gegen Gewalt an Frauen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Mitglieder des Vereins EFA hatten zum Flashmob auf den Markt eingeladen. Anlass war der internationale Aktionstag von Frauen gegen Gewalt. Von Daniela Giess

Tanzen gegen Gewalt, dabei aufmerksam machen auf das schlimme Schicksal von mehr als einer Milliarde Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt: Der Verein Erkelenzer Frauen Aktion, kurz EFA, lud gestern zu einem Flashmob auf den Marktplatz ein.

Als Mitorganisatorin Ute Eschweiler im April 2015 an einer ähnlichen Aktion in Mönchengladbach teilnahm, reifte in ihr die Idee, diesen Plan auch in der Erka-Stadt umzusetzen. Zusammen mit Christel Paulzen, Annette Peters und Ellen Dittmann organisierte sie das aufsehenerregende Spektakel in der Erkelenzer Fußgängerzone. Auch Männer waren ausdrücklich dazu eingeladen.

Viele Vorbereitungstreffen waren erforderlich. "Aber jetzt wissen wir genau, was zu tun und zu lassen ist", erklärt Christel Paulzen. Sie schließt nicht aus, den Frauen-Flashmob am Valentinstag zu einem festen Termin im Jahreskalender werden zu lassen. "Und dabei können nicht genug Leute mitmachen." Zur Musik vom Band und den Trommelklängen der Erkelenzer Djembe-Freunde um Ulli Reifferscheidt traten die Frauen in Aktion. Bei Regenwetter demonstrierten sie, was sie im Kursus für kreatives Tanzen, den Ute Eschweiler anbietet, gelernt haben. In roter und schwarzer Kleidung zogen die Frauen viele Blicke von Passanten auf sich, die von Eschweiler zum Mittanzen aufgefordert wurden. Auch Astrid Wolters, die stellvertretende Erkelenzer Bürgermeisterin, tanzte mit. Sie betonte in ihrer kurzen Ansprache, wie wichtig das Anliegen der EFA-Frauen unter dem bezeichnenden Motto "Erkelenz tanzt gegen Gewalt" sei.

Die Resonanz sei gut trotz des schlechten Wetters, zeigte sich Paulzen zufrieden. Auch die Gleichstellungsbeauftragten der benachbarten Kommunen und des Kreises machten mit. Elke Bodewein, die Erkelenzer Gleichstellungsbeauftragte, betonte, dass die Zusammenarbeit mit EFA sehr gut funktioniere. So übernähmen die EFA-Frauen etwa den Getränke-Ausschank bei Kabarettveranstaltungen, zu denen die Gleichstellungsbeauftragten einladen. Im Gegenzug unterstütze man den Verein mit Werbung und dem Druck von Info-Flyern. "Wenn wir Gleichstellungsbeauftragten eine solche Aktion nicht gut fänden, wer dann", sagte Elke Bodewein. "Ganz toll, dass diese Aktion möglich wurde", lobte Astrid Wolters. Sie machte deutlich, dass jede zehnte Frau und jedes zehnte Kind Opfer von Gewalt werden. "Das ist kein Thema, das weit weg ist. Es findet hier vor unserer Haustüre statt." Alle Menschen hätten die gleichen Rechte und müssten gleich behandelt und geschützt werden, so Wolters. Sie wünsche sich mehr Sensibilität für dieses wichtige Anliegen. Das weltweite Aufbäumen der Frauen gegen Gewalt geht auf eine Initiative am Valentinstag 2012 zurück. Das Motto "One billion rising" verdeutlicht die große Anzahl von Gewalt Betroffener. Dazu gehöre, wie die Frauen von EFA betonen, auch seelische Gewalt wie etwa Mobbing am Arbeitsplatz.

Quelle: RP
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