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Erkelenz
Für die Umsiedlung läuft die Grundstücksvormerkung an

Erkelenz: Für die Umsiedlung läuft die Grundstücksvormerkung an
Im Modell wurde der Umsiedlungsort schon gebaut. Jetzt geht's für die Menschen darum, echte Grundstücke zu suchen und dafür Häuser zu planen. FOTO: spe
Erkelenz. 1600 Menschen müssen in Erkelenz noch ihre Heimat für den Braunkohlenabbau aufgeben. Sie wählen in den nächsten Monaten neue Grundstücke aus. Jetzt wurde das Verfahren vorgestellt. Von Andreas Speen

Für alle Eigentümer von bebauten Wohngrundstücken in Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath, die ab Dezember tagebaubedingt umsiedeln müssen, beginnt am 12. Februar die Vergabe neuer Grundstücke am Umsiedlungsstandort zwischen Rath-Anhoven und Borschemich (neu). In einer Bürgerversammlung in Keyenberg stellte RWE Power die Abläufe und Regeln vor.

Ab April soll der neue Standort erschlossen werden. Gearbeitet wird dabei voraussichtlich von Westen nach Osten, somit von der Bundesstraße 57 in das heutige Feld hinein. Erste baureife Grundstücke sollen zum Jahresende bereitstehen - wie die betroffenen Menschen ihr neues Wunschgrundstück finden und bekommen, war Thema von Christoph Feldkirchner, der bei RWE Power in der Umsiedlungsabteilung tätig ist.

Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler FOTO: dpa, obe cul

"Das Vergabesystem wurde vergangenes Jahr in verschiedenen Sitzungen mit der Stadt Erkelenz und dem Bürgerbeirat erarbeitet. Zunächst können ab 12. Februar in Fragebogen, die in den nächsten Tagen verschickt werden, drei Grundstückswünsche in höchster, mittlerer und geringster Priorität abgegeben werden, die danach von RWE ausgewertet werden", erklärte Feldkirchner.

Vorgegangen wird bei der Vergabe in zwei Phasen, die sich wiederum in unterschiedliche Abschnitte gliedern. In der ersten Phase, die bis 28. November läuft, können Keyenberger Grundstücke in Keyenberg (neu) wünschen, Kuckumer in Kuckum (neu) und so weiter. In der sich anschließenden Phase wird dann ein Ortswechsel möglich. Für die erste Phase sind jedoch einige Ausnahmen vereinbart worden, wozu Feldkirchner erklärte: "Eltern und Kinder sowie Geschwister, die aus zwei Orten kommen, können auch dann schon Wünsche für einen gemeinsamen Ort äußern." Ebenfalls würden "ortsbildprägende mehrgeschossige Bebauungen" an einem anderen als dem Herkunftsort ermöglicht und sei an die Grundstücksvergabe auf der Nordseite des Keyenberger Markts die Errichtung eines Ladenlokals geknüpft worden.

Das Prozedere in der ersten Vergabephase untergliedert sich RWE zufolge in fünf Schritte. Erst werden Grundstücke vergeben, für die nur ein Umsiedler einen Wunsch geäußert hat. Danach werden Grundstücke, für die mehrere Personen Wünsche geäußert haben, an jenen mit der höchsten Wunschpriorität vergeben. Im dritten Abschnitt erfahren Nachbarschaftswünsche eine besondere Beachtung, falls diese nicht schon in den ersten Phasen erfüllt wurden. Wer nach diesem Abschnitt noch keine Grundstücksvormerkung erzielt hat, kann im vierten Abschnitt nach intensiver Beratung erneut bis zu drei Wünsche äußern. Im letzten Abschnitt erfolgt eine freie Vergabe an Umsiedler. Es wird dann auch möglich sein, noch ins Vergabeverfahren einzusteigen. "Und in dieser Phase soll in moderierten Gesprächen versucht werden, weiterhin bestehende Mehrfachbelegungen mit Wünschen aufzulösen. Wenn es von den Beteiligten gewünscht ist, könnte es letztlich ein Losverfahren geben", erläuterte Feldkirchner. Erfahrungen von RWE aus früheren Umsiedlungen zeigen, dass am Ende dieser Phase 77 bis 85 Prozent aller Grundstücksvergaben erfolgt seien, schon nach dem zweiten Abschnitt sei mit rund 50 Prozent zu rechnen. Die zweite Phase, in der Ortswechselwünsche geäußert werden können, schließt sich ab Ende November an.

Hintergrund: Chronik des "Rheinischen Reviers" FOTO: Reuter, Michael

Die Postsendung, die die Umsiedler bald erhalten, ist groß. Neben den Fragebogen gehören Grundstückspläne mit Nummerierung der Flächen, Listen mit Angaben zu jedem Grundstück (wie Größe, Zeitpunkt der Baureife) und Angaben zu Beratungsangeboten dazu. Zudem versandt wird eine Wohnbedarfsabfrage für Mieter und Vermieter, um eine Mieterbörse aufzubauen. Zurückzusenden sind die Fragebogen bis 15. April. Bis dahin wird RWE in Keyenberg auch mehr Beratungen anbieten. "Das Rückgabedatum des Fragebogens hat bei der Vergabe keine Relevanz", sagte Feldkirchner.

Quelle: RP
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