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Erkelenz
Für mehr Bildung in Togo sorgen

Erkelenz: Für mehr Bildung in Togo sorgen
"Lehrerkonferenz" mit Marianne Nitschke und ihrem Bruder Dietmar Schnapp. Seit 25 Jahren pflegen die Geschwister den Kontakt zu Togo und den Menschen dort. FOTO: Nitschke
Erkelenz. Die Erkelenzerin Marianne Nitschke und ihr Bruder Dietmar Schnapp sind regelmäßig in Togo zu Gast. Für den Verein "Bildung für Togo Neukirchen" fördern sie Grundschulen im ländlichen Bereich des kleinen westafrikanischen Landes. Von Kurt Lehmkuhl

Marianne Nitschke hat viel zu erzählen. Gemeinsam mit ihrem Bruder Dietmar Schnapp aus Neukirchen-Vluyn hat die engagierte Frau aus Erkelenz eine Reise nach Togo unternommen, um dort die Projekte zu inspizieren, die der gemeinnützige Verein "Bildung für Togo Neukirchen" angestoßen und finanziell unterstützt hat.

Bereits seit 25 Jahren haben die beiden Geschwister Kontakt zu Togo, vor 15 Jahren gehörten sie zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, die schulische Situation in diesem Land in Westafrika zu unterstützen.

"Wir fördern Grundschulen im ländlichen Bereich", erläutert Marianne Nitschke. "Die Grundschulen, die bis zur sechsten Klasse Unterricht erteilen, werden auf dem Land meistens in privater Initiative betrieben. Da die ländliche Bevölkerung allerdings unter Armut leidet, gibt es fast kein Geld, um privat die Lehrer zu finanzieren. Das staatliche Schulprogramm beginnt erst mit der siebten Klasse in weiterführenden Schulen", erklärt die Erkelenzerin, "ohne Vorbildung ist es den Kindern vom Land aber fast nicht möglich, die erforderliche Aufnahmeprüfung zu bestehen."

Hier setzt das Projekt an. "Wir kümmern uns um die Klassenräume, stellen das Material zur Verfügung und sorgen dafür, dass die Lehrer ihr Jahresgehalt von rund 330 Euro erhalten." Bislang hat der Verein zehn Grundschulen unterstützt, nach dem jetzigen Besuch ist eine elfte hinzugekommen.

Ungefähr 2400 Jungen und Mädchen werden darin unterrichtet. So erhalten sie die Chance zur Bildung und zu einer Ausbildung und damit die Möglichkeit, ihre eigene Existenz zu sichern. Rund 10.000 Euro werden im Jahr vom Verein, der sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert, aufgebracht. "Unsere regelmäßigen Reisen nach Togo, die wir selbstverständlich privat bezahlen, dienen zum einen dazu, die bestimmungsgemäße Verwendung des Geldes zu überprüfen, und zum anderen dazu, andere Schulen, die sich um einen Teilnahme an unserem Bildungsprojekt bewerben wollen, zu prüfen."

Nicht jede interessierte Schule kommt in den Genuss der Unterstützung. "Wir achten schon darauf, dass Jungen und Mädchen in gleicher Zahl unterrichtet werden, und nicht nur Jungen, während Mädchen auf den Feldern arbeiten müssen", erläutert Marianne Nitschke, "wenn das nicht funktioniert, werden Gelder gestrichen oder fällt die Schule aus unserem Programm."

Sie legt Wert darauf, dass keinerlei Verwaltungskosten entstehen, da sämtliche Mitglieder ehrenamtlich für den Verein tätig sind. Von der Dauerhaftigkeit des Bildungsprojekts vom Niederrhein ist inzwischen auch das Schulministerium von Togo überzeugt. Es finanziert inzwischen die Schulleiter der von dem deutschen Verein geförderten Grundschulen. "Üblicherweise sind vom Staat bezahlte Schulleiter ein Privileg für die Schulen der Hauptstadt Lomé", weiß Marianne Nitschke.

Quelle: RP
 
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