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Erkelenz
Gedenken an Prälat Arnold Poll

Erkelenz: Gedenken an Prälat Arnold Poll
Im Alten Rathaus von Erkelenz war gestern der Stadtrat zusammengekommen, um dem am 16. April verstorbenen Ehrenbürger Prälat Arnold Poll zu gedenken. Unter anderen sprach Bürgermeister Peter Jansen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. In einer Sondersitzung hat der Stadtrat gestern dem am 16. April verstorbenen Priester und Ehrenbürger von Erkelenz gedacht. Gewürdigt wurde er als Seelsorger, der "nahe an den Menschen war", den alle nur "unseren Pastor" nannten. Von Andreas Speen

Was Prälat Arnold Poll für Erkelenz bedeutet hat, macht eine Ehrung deutlich, die er 2004 erfahren hatte: Der Seelsorger, dessen Heimat 1966 Houverath geworden war, der im Ort liebe- und zugleich respektvoll "unser Pastor" genannt wurde, der als Vater der Sternsinger zu bezeichnen ist, der über den lokalen Raum hinaus wirkte, und dem das Wohl von Kindern besonders am Herzen lag, war vor zwölf Jahren zum Ehrenbürger von Erkelenz ernannt worden. Nunmehr trägt diesen Titel nur noch eine Person, Yannick Duval, Begründer der Städtepartnerschaft mit St. James auf französischer Seite.

Zu einer Sonderratssitzung hatten sich gestern dessen Mitglieder im Alten Rathaus versammelt, um dem am 16. April mit 90 Jahren verstorbenen Ehrenbürger zu gedenken. In Gegenwart von Anverwandten, Ehrenbürgermeister, Ehrennadelträgern, Ehrenratsherren, Vertretern der Pfarrei Christkönig, der Vereine und Bruderschaft aus Houverath sowie von Wegbegleitern Prälat Polls sprachen Bürgermeister Peter Jansen, Pastor Werner Rombach und Annemarie Schroer für die Ortsvereine und Bürgerschaft aus Houverath.

Auf das Verständnis vom Priestersein, das Prälat Arnold Poll besaß, ging Pastor Werner Rombach ein. Er sagte, Poll habe sich berufen gefühlt, durch sein Leben Gott erfahrbar zu machen. Poll habe durch Taten und Worte allen von Gottes Liebe für die Menschen mitgeteilt: "Er war als Seelsorger da, für die Armen, für die, die Hilfe benötigten, wie ein Vater für seine Kinder." Wo er gebraucht wurde, sei er gewesen. Und: "Er hat viele begeistert, sich in den Dienst des Herren zu stellen." Nicht zuletzt sprach Rombach damit auf die Sternsinger an.

Prälat Arnold Poll hatte die Sternsinger zur weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder gemacht. Für das Kindermissionswerk warb er beim DFB, beim Papst, im Fernsehen oder im Kanzleramt. Bürgermeister Peter Jansen erinnerte deshalb gestern an eine Frage des Verstorbenen zurück, mit der er oft auf eines seiner Hauptthemen zu sprechen gekommen sei: "Was tut ihr für die Kinder?" Unter allen Menschen hätten sie ihm am meisten am Herzen gelegen. Auch als Ruheständler hatte Poll sein Engagement für arme Kinder in Entwicklungsländern fortgesetzt, den Verein "Kinder in die Mitte" und die "Prälat Arnold Poll Stiftung" gegründet. Er sei ein "Mensch mit Visionen gewesen, der sich und die Gesellschaft forderte", sagte Jansen. Für die von ihm vertretenen Werte "trat er stets energisch und - das kann ich aus eigenem Erleben berichten - sogar manchmal sehr resolut ein, aber stets mit Freundlichkeit gegenüber den Menschen, die er damit auch forderte".

Annemarie Schroer, die stellvertretend für die Ortsvereine und Bürgerschaft aus Houverath sprach, erinnerte ganz konkret zurück. So sei Poll, den alle im Ort "unseren Pastor" nannten, 1996 nach Houverath gekommen und habe das Dorf aufgefrischt. Seine Predigten führten zu kontroversen Diskussionen im Dorf." Mit ihnen habe Poll in das Dorf hineingewirkt und wirke über sein Leben auf Erden weiter. Aus seinen Botschaften "erwächst ein Auftrag für die Zukunft: Einstehen und Aufstehen - für Himmel und Erde, für Gott und die Welt, für Freunde und Fremde, für kleine und Große, für dich und für mich."

Quelle: RP
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