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Erkelenz
Gegenkandidat zeigt Probleme auf

Erkelenz. Peter London, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Erkelenz, sah sich in der Mitgliederversammlung mit einer Gegenkandidatur konfrontiert. Harald Schlößer benannte Problemfelder der Partei, fand aber keine Mehrheit. Von Andreas Speen

Peter London ist seit 2013 Vorsitzender des größten Stadtverbands der CDU im Kreis Heinsberg, dem Erkelenzer. Seinerzeit war Dr. Gerd Hachen nicht erneut angetreten, der 2004 das Amt übernommen hatte, und war London von der Partei als einziger Kandidat vorgeschlagen und mit großer Mehrheit gewählt worden. 2015 erfolgte wie am Mittwochabend die Wiederwahl, dieses Mal jedoch mit einem Gegenkandidaten, Harald Schlößer, was das eine oder andere Parteimitglied überrascht haben dürfte.

Schlößer bewarb sich um das Amt und legte einige Probleme offen, die er in der Erkelenzer CDU sieht. Die gute Arbeit der Partei müsse besser in die Öffentlichkeit getragen werden, der Stadt- und seine Ortsverbände müssten in einen besseren Austausch kommen, die Partei solle auch mal Dinge wagen und nicht zu früh über das Jahr 2020 nachdenken, wenn die nächste Kommunal- und Bürgermeisterwahl ansteht, zu der Peter Jansen nicht erneut antreten will, wie er seit Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2004 angekündigt hatte. 15 Jahre, so hatte er damals gesagt, würde er das Amt gerne ausfüllen, nach dieser Zeitspanne halte er die Routine in jedem Job für zu groß. Mit seiner Bewerbung um das Amt des Stadtverbandsvorsitzenden konnte Schlößer am Mittwoch zwar 35 Stimmen für sich gewinnen, London indes erhielt 54. Als wiedergewählter Vorsitzender wird er sich mit der geäußerten Kritik aber noch beschäftigen müssen.

Stellvertreter von Peter London bleiben Rainer Merkens (68 Stimmen), Hans-Jürgen Drews (73 Stimmen) und Sabine Rosen (75 Stimmen). Geschäftsführer Roland Schiefer erhielt 78 Stimmen. Sie sowie die weiteren wiedergewählten Vorstandsmitglieder waren ohne Gegenkandidaten gewesen. In der Bilanz der vergangenen zwei Jahre sah Peter London gute Erfolge seiner Partei, die aus dem Kommunalwahlprogramm von 2014 herrührten, "das wir kontinuierlich abarbeiten". Fortschritte seien beim Klimaschutz gemacht worden, und weitere seien durch die geplante Installation einer Photovoltaik-Freiflächenanlage hinter der städtischen Grünannahmestelle zu erwarten. Es sei Wohnraum für junge Familien geschaffen worden und die Innenstadtentwicklung "weitgehend mit Ideen der CDU-Ratsfraktion" vorangetrieben worden. "Wir setzen Themen und Trends", sagte London und kündigte ein Innenstadthandlungskonzept an, das die CDU anschieben wolle, "um das Klein-Klein der Einzelmaßnahmen hinter uns zu lassen". Zusätzlich kündigte er einen Vorstoß in Richtung Bund und Bahn an, dass künftig Fernzüge in Erkelenz halten: "Bundestagsabgeordneter Oellers hat uns Unterstützung zugesagt."

Quelle: RP
 
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