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Erkelenz
Gemeinschaft erleben, ohne Individualität aufzugeben

Erkelenz. Erster Bewohner ist in die neue Wohngemeinschaft der Caritas in Gerderath eingezogen. Device lautet: Gemeinsam statt einsam. Von Eva Weingärtner

Noch ist alles recht neu für Hans Mocken. Doch der 75-jährige fühlt sich bereits sehr wohl in seinem neuen Zuhause, einer 34 Quadratmeter großen Wohnung in der Wohngemeinschaft der Caritas in Gerderath. Das liegt auch daran, dass er das neue Zuhause mit eigenen Möbeln und Bildern individuell gestaltet konnte. Gespannt ist er darauf, wer noch einziehen wird. Bereits kennenlernen durfte er Ingrid Varga, die nach ihm einzog.

"Ich habe so etwas für meinen Vater gesucht, der im Rollstuhl sitzt und auf Pflege angewiesen ist und in Wegberg in einem großen Haus alleine lebte", erzählt Tochter Daniela Groothuis. Sie habe sich an die Pflegeberatungsstelle der Kreisverwaltung gewandt und dort den Hinweis erhalten, dass die Caritas mitten in Gerderath eine Wohngemeinschaft baut. Ihr habe gefallen, dass hier ältere Menschen, die alleine sind und sich im eigenen Zuhause nicht mehr komplett selbst versorgen können, gemeinsam die Mahlzeiten am Tag einnehmen und Zeit im Gemeinschaftsraum miteinander verbringen können, jedoch auch die Möglichkeit haben, sich in die eigene Wohnung zurückzuziehen. "Für meinen Vater, der mehr oder weniger ans eigene Haus wegen eines diabetischen Fußes gefesselt war, ist das die ideale Form. Ein Altenheim oder Betreutes Wohnen kamen für uns nicht in Frage", sagt Daniela Groothuis.

Nachdem sie von der Wohngemeinschaft erfahren habe, habe sie Hans Minkenberg, Leiter der Caritas-Pflegestation Hückelhoven, kontaktiert. Noch Anfang April habe sie dann einen Besichtigungstermin - damals noch im Rohbau - wahrgenommen. "Alles gefiel mir gut. Vor allem, dass alle acht Wohnungen, die zwischen 34 und 43 Quadratmeter groß sind, über ein großzügiges Wohn- und Schlafzimmer mit einer kleinen Küchenzeile verfügen, behindertengerecht barrierefrei sind und ein großzügiges Badezimmer haben", schwärmt sie. Sofort habe für sie festgestanden, dass ihr Vater in die Eckwohnung mit Blick zum nahegelegenen Versorgungsmarkt einziehen sollte. "Das war genau richtig", bestätigt Hans Mocken. "Ich kann durch die große Fensterfront die Menschen bei ihren Einkäufen beobachten." Und wenn ihm einmal der Sinn nach Ruhe und Natur stehe, könne er demnächst mit seinem Rollstuhl in die Anlage der Wohngemeinschaft - die noch fertig gestellt werden muss - fahren.

"Ich kann jedem nur empfehlen, der wie ich körperlich eingeschränkt ist, diesen Schritt zu wagen", erklärt er. Natürlich sei es nicht leicht gewesen, das eigene Haus zu entrümpeln, zu verkaufen und zu verlassen. "Doch man muss sich dem stellen. Hier bietet sich eine neue Chance, soziale Kontakte zu schließen."

Denn in der Wohngemeinschaft werden alle Mahlzeiten im 70 Quadratmeter großen Wohnzimmer mit Essbereich und Küche gemeinsam von allen Bewohnern eingenommen. So lassen sich schnell Kontakte schließen. Einen Kontakt hat Hans Mocken bereits in Präsenzkraft Martina Jansen von der Caritas. Sie ist täglich von 8.30 bis 14 Uhr in der Wohngemeinschaft. Eine weitere Präsenzkraft ist abends von 17 bis 19 Uhr zugegen.

Beide stehen den Bewohnern im Alltag hilfreich zur Seite und gestalten bei Bedarf auch die Freizeitaktivitäten. Sind keine Präsenzkräfte im Haus, kann über den Hausnotrufdienst der Caritas jederzeit eine Mitarbeiterin der Caritas-Pflegestation Hückelhoven zur Hilfe gerufen werden.

Quelle: RP
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