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Erkelenz-Neuhaus
Gemeinschaft fördern im Bauwagen

Erkelenz-Neuhaus: Gemeinschaft fördern im Bauwagen
Franz Thiel vom Verein "Willkommen in Erkelenz" und Bürgermeister Peter Jansen bei der Übergabe des Bauwagens. Raed (8) und Kevin (8) freuen sich mit vielen anderen Flüchtlingen über diese Hilfe. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz-Neuhaus. Der Verein für Flüchtlingshilfe "Willkommen in Erkelenz" stellte jetzt einen Bauwagen in Erkelenz-Neuhaus vor, der als Lehr- und Kommunikationsstelle zur Integration der Flüchtlinge beitragen soll. Vor allem Kinder freuen sich. Von Katrin Schelter

Die Lobby für Flüchtlinge "Willkommen in Erkelenz" (W.I.E.) stellte den Bewohnern des Übergangsheims in Erkelenz-Neuhaus einen Bauwagen zur Verfügung, der als Lehr- und Kommunikationsstelle zur Integration der Flüchtlinge und Asylsuchenden dienen soll. In dem Bauwagen können zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung der Kinder oder Deutschkurse für Jung und Alt stattfinden, der Bauwagen soll aber auch Raum für Austausch und besseres Verständnis untereinander schaffen.

Zur feierlichen Einweihung waren rund 50 Gäste gekommen. Franz Thiel, Vorsitzender des Vereins für Flüchtlingshilfe, bedankte sich für die große Unterstützung und appellierte an die Bürger und städtischen Vereine: "Bei unseren Projekten ist Ehrenamt die Devise, die Zivilgesellschaft ist gefordert. In dieser Situation gibt es kein Richtig oder Falsch, nur den Unterschied zwischen helfen und nicht helfen." Bürgermeister Peter Jansen bestärkte Thiels Worte: "Die Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen, ist eine Herkulesaufgabe, die wir nur gemeinsam stemmen können."

Der Bauwagen inklusive Einrichtung wurde durch Spendengelder finanziert. Die Raiffeisenbank Erkelenz stellte eine Großspende von 2500 Euro der benötigten 3200 Euro zur Verfügung, das restliche Spendengeld wurde durch das Engagement und die Hilfsbereitschaft vieler Erkelenzer aufgebracht. Walter Steinbusch, Vorstandsmitglied der Erkelenzer Raiffeisenbank, gratulierte dem Verein und betonte die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit: "Dieses Projekt sendet ein wichtiges Signal an unsere Bürger und unsere Gäste. Die sprachlichen und kulturellen Barrieren sind für die Flüchtlinge schwierig zu überwinden, daher ist die Arbeit des Vereins so wertvoll."

Die "Lobby für Flüchtlinge", die momentan rund 70 Mitglieder und einen zehnköpfigen Vorstand zählt, hat für die nahe Zukunft bereits viele weitere Pläne, um die Lebensqualität der Flüchtlinge und das interkulturelle Miteinander zu verbessern und zu fördern. Eine Fahrradwerkstatt soll den Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, ihre Fahrräder selbst zu reparieren und so auf Dauer die Mobilität steigern. Die Kreismusikschule unter der Leitung von Gerda Mercks initiiert den "Chor International", der nach den Herbstferien startet und durch gemeinsames Singen die Bande zwischen Flüchtlingen und Bürgern stärken soll. Eine Zusammenarbeit mit der Moscheegemeinde Hückelhoven soll den muslimischen Flüchtlingen das Einleben durch den religiösen Halt erleichtern.

Franz Thiel und die Mitglieder von W.I.E. sind sich sicher, dass noch viel mehr getan werden kann. "Wir haben alle einen Antrieb für die Hilfe, die wir leisten", sagte Thiel. "Die ehrliche Dankbarkeit, die uns entgegengebracht wird, ist für alle Helfer die Bestätigung, dass unser Tun richtig und wichtig ist."

Quelle: RP
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