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Erkelenz
"Gottes Wort an Menschen Ort" - was Bibel bedeutet

Erkelenz. Welchen Platz haben Kirche und Bibel in unserem Alltag? Was bedeutet Bibel, und welchen Einfluss hat sie auf unser Denken und Handeln? Beim zweiten ökumenischen Gesprächsgottesdienst zum großen Bibelprojekt-Abend am 5. März nahmen weitere drei bekannte Erkelenzer Gesichter mit Pfarrer Robin Banerjee und Pastor Werner Rombach auf Sofa und Sessel Platz und sprachen über ihren Bezug zur Bibel. Von Katrin Schelter

Zu Gast bei der zweiten Auflage des Sofa-Gottesdienstes, nach Schwanenberg dieses Mal in der Kapelle St. Lambertus in Immerath (neu), waren am Freitagabend Inge Koch-Wittmann (Lehrerin für Deutsch und Geschichte am Cornelius-Burgh-Gymnasium), Günther Merkens (Vorsitzender des Erkelenzer Heimatvereins) sowie der Lehrer und Künstler Johannes Reul. Feinste musikalische Unterhaltung zwischen den einzelnen Fragerunden wurde durch Wolfgang Wittmann an der Gitarre und Sängerin Carina Hahn garantiert.

Zum Einstieg fragte Banerjee seine Gesprächspartner nach ihrem ersten Kontakt mit der Bibel. Merkens vermutete seinen ersten bedeutsamen Kontakt in der Schulzeit, seine Familie habe zwar nach den Inhalten der Bibel gelebt, das Buch selbst habe jedoch keine große Rolle gespielt. Inge Koch-Wittmann dagegen erinnerte sich an eine starke religiöse Prägung in ihrer Kindheit: "Für mich gab es keine Zeit ohne Bibel, ich bin damit aufgewachsen und sie war auch in der Schule immer präsent."

Johannes Reuls erster Kontakt mit dem Heiligen Buch war nicht unbedingt erfreulich für ihn - er erzählte, dass er als Kind fasziniert von der Farbenpracht der Blumen im heimischen Garten gewesen sei, die er dann getrocknet habe - im größten und dicksten Buch im Haus. Als sein Vater das mitbekommen habe, erfolgte Reuls erste Bekanntschaft mit der Bibel auf eine eher unkonventionelle Art. "Da habe ich gemerkt, dass die Bibel nicht nur ein wichtiges, sondern auch gewichtiges Buch ist", scherzte Reul und brachte damit das Publikum herzlich zum Lachen.

"Ich denke, dass es für die Kirche in Gänze wichtig ist, die ,einfachen' Gläubigen zu Wort kommen zu lassen", sagte Günther Merkens auf die Frage, wieso er sich auf das Projekt eingelassen habe. Anschließend wurde die Bibel von literarischer und künstlerischer Seite beleuchtet. Inge Koch-Wittmann war sich sicher, dass die Bibel durch ihre kraftvolle Sprache und lyrischen Passagen auf jeden Fall der Kategorie Literatur zuzuordnen sei und durch den Glaubensaspekt eine noch größere Bedeutung bekäme: "Ich kann meine beiden Fächer nicht unterrichten, ohne immer wieder einmal Bezug auf die Bibel zu nehmen."

Im Hinblick auf aktuelle Geschehnisse wie die Flüchtlingsthematik und den Tagebau Garzweiler II wurde auch auf den Verlust von Heimat und das Motiv des Aufbruchs in der Bibel gesprochen. Am Ende des kurzweiligen Abends waren sich die Gäste einig, dass sich durch das Bibelprojekt neue Blickwinkel und Möglichkeiten für die Kirche auftun.

Am 25. Februar geht es weiter.

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