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Erkelenz
"Gottesdienst" einmal anders in der Katzemer Kirche

Erkelenz. Die Cäcilien-Chorgemeinschaft Katzem-Lövenich lädt für den 6. April zum Mitsingen ein.

Einflechten in das Leben der Pfarre möchte die Cäcilien-Chorgemeinschaft Katzem-Lövenich eine etwas andere Form von Gottesdienst. Der Kirchen- und der Kinderchor bieten "E Stöndche för ose Herrjott" an, eine Singstunde mit kirchlichen Liedern, allerdings in Mundart. Die Chöre werden Lieder vortragen, die sich mit "Gott in unserer Welt" beziehungsweise mit "Gott und der Welt" beschäftigen, alle aus der Feder des Chorleiters Theo Schläger. Schwerpunkt aber sollen Lieder aus dem Gotteslob sein, die Schläger in die heimische Mundart übertragen hat und zu denen alle Teilnehmer zum Mitsingen eingeladen sind. Pfarrer i.R. Günter Salentin wird an dem Abend, Mittwoch, 6. April, geistlicher Begleiter sein.

"Klassifizieren könnte man das Ganze zum einen als ,halboffenes Singen' oder zum andern als ,alternative kirchenmusikalische Andacht'", kündigt Theo Schläger an. Unterstützt und mitgetragen werde diese Veranstaltung vom Heimatverein der Erkelenzer Lande. "Was das soll, könnte man sicher fragen. Im kirchlichen Bereich gibt es doch Angebote genug. Warum also so etwas zusätzlich?", fragt Schläger rhetorisch in einer Pressemitteilung zu "E Stöndche för ose Herrjott" und antwortet sich selbst: "Zunächst einmal hat die Pflege der eigenen Mundart an sich einen Wert. Das kann man natürlich auch und vielleicht sogar besser auf andere Weise und anderen Wegen, nicht nur zur Karnevalszeit. Im kirchlichen Bereich aber ist die Mundart für alle, die sie - noch - sprechen, eher etwas Ausgefallenes, und darüber hinaus eine emotionale Besonderheit." Sie gehe darin angesprochene Themen und Inhalte "aus dem Bauch heraus" an, "direkter, konkreter, aber keinesfalls ,platt'". Manche Kenner der rheinischen Sprachkultur behaupten laut Schläger gar, dass man mit dieser - für viele Ältere die ursprüngliche und eigentliche Muttersprache - im Grunde "ehrlicher" Emotionen ausdrücken kann als im Hochdeutschen, "allerdings einschränkend nur, wenn man in dieser Sprache zu Hause ist".

Am 6. April ist ab 19 Uhr in der Katzemer Kirche nun Gelegenheit dazu, sich der Mundartpflege gleichermaßen zu widmen wie den Emotionen, welche die kirchlichen Lieder transportieren.

(spe)
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