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Erkelenz
Graffiti - mehr als Schmierereien

Erkelenz: Graffiti - mehr als Schmierereien
Künstler Sören Walluga (vorn, Mitte) erklärt, wie man richtig sprüht. Das Katho und Leiterin Christina Meyers (hinten, links) bot den interessanten Graffitiworkshop an. Die jungen Teilnehmer hatten eine Menge Spaß. FOTO: UWE HELDENS
Erkelenz. Zum Auftakt der Erkelenzer Ferienspiele hat das Katholische Kinder- und Jugendzentrum Katho einen Graffitiworkshop veranstaltet. Mit viel Begeisterung haben die Jugendlichen die hohe Kunst des Sprühens ausprobiert. Von Kathrin Boehme

Die elfjährige Lara hat sich vermalt. "Nicht schlimm", tröstet Sören Walluga. "Das ist das Gute an Graffiti: Man kann immer wieder ausbessern, indem man drüber sprüht." Walluga ist Graffitikünstler und hat dieses Hobby schon mit 15 Jahren begonnen. Heute gibt er seine Erfahrungen gern an Jugendliche weiter, da er merkt, wie viel Spaß sie dabei haben.

Das Katholische Kinder- und Jugendzentrum Katho hat im Rahmen des Landesprogramms "Kulturrucksack NRW" in den Ferien einen dreitägigen Graffitiworkshop angeboten. Die meisten der neun Jugendlichen zwischen elf und 15 Jahren haben noch nie mit Sprühdosen gearbeitet, aber alle sind begeistert dabei. "Insgesamt haben wir um die 100 Sprühdosen verbraucht - wobei wir die Jungs manchmal bremsen mussten, sonst wären es wohl dreimal so viele geworden", sagt Sozialpädagogin Christina Meyers, die das Katho leitet.

Zu Beginn des Workshops vermittelte Walluga einen Überblick über die Geschichte und strafrechtlichen Hintergründe von Graffiti, um den Teilnehmern die Konsequenzen illegalen Sprühens bewusstzumachen. Dann durften die Jugendlichen selbst Hand anlegen und das Graffitisprühen ausprobieren: Erst wurden die eigenen Ideen auf Papier gebracht und Schablonen gebastelt, danach durfte auf dem Außengelände des Jugendzentrums direkt losgesprüht werden. Beim Umsetzen der Skizzen auf Holzspanplatten leistet der Graffitikünstler Hilfestellung und stellt verschiedene Techniken mit der Sprühdose vor. So können alle sicher sein, dass ihr eigenes Kunstwerk gelingt. "Man denkt nicht, dass das Sprühen so anstrengend ist", erzählt Meyers, "aber nach den drei Stunden im Workshop sind alle erstmal platt."

Während einige Jugendliche noch im Haus an Motiven arbeiten, beenden draußen Lara und Madlin ihre Werke. Der Rasen ist kunterbunt von der tropfenden Farbe - die Teilnehmer tragen extra alte Kleidung, da die Graffitifarbe nicht auswaschbar ist. Auch ein Mundschutz ist aus gesundheitlichen Gründen Pflicht.

Die Holzspanplatten wurden im Anschluss an den Workshop aufgehängt. Als Andenken konnten die Teilnehmer ihre Graffitikunst auf Keilrahmen mit nach Hause nehmen, die neben den Holzspanplatten gestaltet wurden. Das Projekt stelle ein attraktives Angebot für Jugendliche dar, da sie kulturell und eigenschöpferisch tätig werden können und ihr Selbstwertgefühl gefördert werde, so Meyers.

Vielleicht wird im nächsten Jahr dank des Erfolges ein ähnlicher Graffitikursus angeboten - jetzt geht es aber erst einmal weiter mit dem restlichen Sommerferienprogramm des Katho, in dem vereinzelt noch Plätze frei sind. Mehr dazu im Internet auf Facebook. www.facebook.com/Jugendzentrum.Katho.Erkelenz

Quelle: RP
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